Bund verliert durch die Verspätung über 360 Millionen Euro

IT-Probleme verzögern Start der LKW-Maut

08.08.2003
MÜNCHEN (ba) - Speditionen und Branchenverbände hatten seit Wochen vor IT-Problemen des neuen Mautsystems gewarnt. Jetzt reagierte Verkehrsminister Manfred Stolpe und verschob den Starttermin um zwei Monate. Die Verantwortlichen des Betreiberkonsortiums Toll Collect wollen dagegen von technischen Schwierigkeiten nichts wissen.

"Wir haben großes Verständnis für die Sorgen des Transportgewerbes", beteuerte Michael Rummel, Mitglied der Geschäftsleitung von Toll Collect. Jetzt könnten sich Speditionen und Fahrer ohne Zeitdruck an das neue System gewöhnen. Die Technik für die Erfassung der neuen streckenbezogenen Maut werde wie vereinbart ab dem 31. August funktionieren.

Bevor es jedoch so weit ist, muss das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) eine Betriebserlaubnis erteilen. Diese wird im Wesentlichen von den Ergebnissen eines unabhängigen Prüfinstituts abhängen, die Mitte August vorliegen sollen. Laut Speditionen und Branchenverbänden wird es für Toll Collect allerdings schwer werden, seine Zielvorgaben zu erreichen. Experten beklagen den Mangel an On Board Units(OBUs) für die Positionsbestimmung der LKWs sowie Rückstände beim Aufbau der manuellen Einbuchungsautomaten und der Kontrollbrücken. Außerdem funktioniere im Rechenzentrum der Betreiber längst nicht alles so, wie es eigentlich sollte. (Ausführlicher Bericht siehe Seite 10).