Fachkräfte brauchen IT- und Soft Skills

IT-Positionen richtig besetzen

Martin Krill ist Geschäftsführer der Hager Unternehmensberatung in Frankfurt am Main. Die Firma ist auf Executive Search spezialisiert.
Die Besetzung von IT-Positionen und die damit verbundene Suche nach den richtigen Kandidaten bedeutet vielfach eine große Herausforderung.

Die IT-Branche boomt nach wie vor. Dennoch erfordert es heutzutage mehr als reines IT-Wissen, um in diesem Umfeld zu punkten. Diesen Trend belegen die Einstellungskriterien in sämtlichen IT-Bereichen, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Anspruch und Bedeutung gewonnen haben.

Bewerber für IT-Positionen müssen heute, soll es mit der Anstellung klappen, sowohl IT- als auch Soft Skills nachweisen.
Bewerber für IT-Positionen müssen heute, soll es mit der Anstellung klappen, sowohl IT- als auch Soft Skills nachweisen.
Foto: Mathias Rosenthal-shutterstock.com

In einigen Geschäftsfeldern, wie beispielsweise Netzadministration, Virtualisierung und Business Intelligence, bleiben Positionen sogar unbesetzt, weil es an qualifizierten Bewerbern mangelt und das IT-Recruiting zu wünschen übrig lässt. Unternehmen, die mit dem schnellen technologischen Wandel Schritt halten wollen, spüren die Auswirkungen des verstärkten Fachkräftemangels in der IT deswegen sehr deutlich.

Notwendige IT-Skills für die Digitalisierung

Mit der zunehmenden Orientierung am Endverbraucher und den damit einhergehenden technologischen Veränderungen haben sich die Anforderungen an qualifizierte Bewerber für IT-Positionen deutlich erhöht. Die IT muss mehr denn je durch die Brille des Endverbrauchers oder des Unternehmenskunden sehen können. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen, die im direkten Kundenkontakt stehen, um deren Sichtweise und Bedürfnisse zu verstehen. Dabei nimmt der IT-Fachmann gewissermaßen die Rolle eines Architekten ein. Er entwickelt Standards und Normen für Daten, Anwendungen und mobile Endgeräte. Das beinhaltet unter anderem auch die Beobachtung der Mitbewerber und das Aufdecken neuer Kundengruppen.

Whitepaper: Der Nutzen des Chief Data Officers

Der Chief Data Officer (CDO) wird immer öfter zu einer zentralen Führungkraft in Unternehmen auf der ganzen Welt. Der Grund ist die zunehmende Relevanz von Daten. Denn Daten sind überall und allgegenwärtig; sie untermauern jede Transaktion, jeden Betrieb und jegliche Interaktion innerhalb und außerhalb von Organisationen. Daten sind aber auf eine Infrastruktur angewiesen, sie müssen gespeichert, archiviert, analysiert und gesichert werden. Dafür braucht es den CDO. In dieser IBM-Studie wird die Rolle des CDO durchleuchtet und gezeigt, welche Vorteile Unternehmen konkret von ihm haben.

Es ist wichtig, nicht nur im technischen Support immer up to date zu bleiben. Viele Unternehmen sind in letzter Zeit auch dem Trend des Cloud Computing sowie der Virtualisierung gefolgt, um selbst nicht den Anschluss zu verlieren. Das sollte auch IT-Administratoren nicht passieren. Der sichere Umgang und eine möglichst umfassende Erfahrungen mit diesen Programmen und Lösungsansätzen ist heutzutage ein Muss.

IT-Mitarbeiter müssen Business Intelligence beherrschen

Ein weiteres großes Thema in Sachen IT-Skills hat nicht unbedingt etwas mit Technik zu tun. Im Gegenteil: Es ist wichtig, dass sich IT-ler ein breites Wissensspektrum aufbauen und ein gewisses Maß an Business Intelligence mitbringen. Für Unternehmen ist es mehr und mehr von Bedeutung, dass die IT-Verantwortlichen darauf achten, Kosten zu sparen und in die richtigen Techniken zu investieren. Eine Umstellung zur Server-Virtualisierung ist hierfür ein passendes Beispiel.

Soft Skills dürfen nicht fehlen

Ein Dauerbrenner in puncto IT-Skills ist ferner das Thema Sicherheit. Neue Technologien bedeuten immer eine Herausforderung und einen Wandel in den gängigen Methoden, Sicherheit zu gewährleisten. Auch hier ist es wichtig, dass sich das IT-Personal entsprechend weiterbildet, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Sicherheit ist aber nicht nur ein Thema von Regeln und Überwachung, sondern auch von Soft Skills. Security-Experten verdeutlichen der Belegschaft, warum sie nicht an der IT vorbeiarbeiten dürfen.

Der IT-Mitarbeiter von heute muss neben dem klassischen IT-Know-how vertieftes Fach- und Prozesswissen einbringen. Er muss verstehen können, was das Business benötigt, sowie eine noch höhere Bereitschaft zum selbstständigen und laufenden Weiterbilden in den Technologien mitbringen. Darüber hinaus werden ein gutes Verständnis aller sicherheitsrelevanten Fragen in Sachen IT-Technologie sowie eine gewisse juristische Sicherheit Grundvoraussetzung für eine Einstellung sein.

IT der zwei Geschwindigkeiten

Auf der einen Seite gilt es, die bereits vorhandene IT zu steuern und zu managen. Gleichzeitig sind IT-Manager auf der anderen Seite gefordert, neue Lösungen zu entwickeln, wie zum Beispiel für Mobility und Digitalisierung. Hierfür sind zwei völlig verschiedene Mindsets erforderlich ­ eines für die digitalen Geschäftsmodelle und eines für traditionelle IT. (pg)