Banken-Studie

IT muss mehr Innovationen bringen

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Voraussetzung ist eine engere Zusammenarbeit zwischen IT-Abteilung und Fachbereichen.

Für Banken können IT-Innovationen signifkant zur Bewältigung der Krise beitragen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von PAC (Pierre Audoin Consultants), für die im Auftrag der GFT Technologies AG IT-Verantwortliche und Fachbereichsleiter von 50 Großbanken in Westeuropa befragt wurden. Als größte Herausforderungen für Finanzinstitute gelten demnach die Globalisierung/ Internationalisierung sowie Fusionen und Übernahmen. Auch Einsparungen und Prozesseffizienz zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit stehen auf der Agenda der Banken nach wie vor weit oben. Die IT-Abteilungen sehen sich bei diesen Themen treibende Kraft.

Für einen nachhaltigen Erfolg sind nach Ansicht der Befragten aber auch Innovationen unerlässlich. Und hier sei das Potenzial der IT noch nicht ausgeschöpft. Jeweils 46 Prozent der Befragten halten vor allem die Industrialisierung des Bankwesens und Web 2.0 für sehr wichtig. Der Erneuerung von Kernbankensystemen messen 42 Prozent eine hohe Bedeutung bei.

Eine Hürde bei der Bewältigung dieser Herausforderungen ist weniger das Budget: In der Umfrage Ende 2008 hatten zwar 24 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen angegeben, dass sie für 2009 weniger verfügbare finanzielle Mittel erwarten. Gleichzeitig gingen aber 26 Prozent davon aus, dass ihr Budget höher als 2008 ausfallen wird. Vielmehr hapert es häufig an den unterschiedlichen Sichtweisen von IT-Abteilung und Fachbereichen. So sind die IT-Verantwortlichen der Meinung, die meisten Probleme seien durch einen stärkeren IT-Einsatz schneller zu meistern. Die Fachbereiche stimmen bis zu einem gewissen Grad zwar zu, nehmen die IT aber gleichzeitig auch als Einschränkung wahr. Der Grund ist laut PAC meist eine falsche Erwartungshaltung: Der Fachbereich fordert, dass die IT die verschiedenen Themen unterstützt. Gleichzeitig sieht er deren eingeschränkte Möglichkeiten - etwa die lange Zeit von der IT-Entwicklung bis zur Markteinführung. Den oft sich schnell ändernden Geschäftsmodellen und Abläufen könne die IT nicht in gleichem Tempo folgen, so die verbreitete Meinung unter den Fachbereichsleitern. Dadurch entstehe das Gefühl, die IT könne die benötigten Anwendungen nicht zur Verfügung stellen.

Voraussetzung dafür, dass die IT mehr zur Lösung aktueller Probleme beitragen kann, ist eine bessere Kommunikation und engere Zusammenarbeit zwischen IT-Abteilungen und den Fachbereichen, resümieren die Analysten. In den erfolgreichen Banken hätten sich die internen IT-Abteilungen bereits zu erfolgreichen Dienstleistern entwickelt, die als gleichwertige Partner mit den Fachbereichen agierten.