Fitnesstipps für CIOs

IT-Manager treiben zwei Mal die Woche Sport

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Laufen, schwimmen, Squash oder Golf: Fünf IT-Verantwortliche erzählen, ob und wie oft sie trainieren. Dazu gibt ein Sportwissenschaftler Tipps für das richtige Maß an Bewegung.
Schwimmen ist bei Managern beliebt und dient sowohl der Kondition wie auch dem Stressabbau.
Schwimmen ist bei Managern beliebt und dient sowohl der Kondition wie auch dem Stressabbau.
Foto: yanlev/Fotolia.com

Neun von zehn Managern treiben Sport, zeigten kürzlich die Ergebnisse einer Umfrage der Personalberatung Heidrick & Struggles unter mehr als 1.200 Managern. Knapp die Hälfte der Sportler bleibt ein- bis zweimal die Woche aktiv, sofern es der Beruf zulässt. Weitere 32 Prozent treiben regelmäßig und intensiv Sport und planen dafür auch Zeit ein, die übrigen 21 Prozent treiben gelegentlich Sport.

"Die Bewegung sollte nicht nur Mittel zum Zweck sein, damit man gesund bleibt. Sie sollte wirklich erfüllen und Spaß machen!" rät Markus Rothermel, der mit seiner Sportschule Plus X in München unter anderem Personal Training anbietet. Das A und O für langfristiges Sporttreiben ist seiner Meinung nach die Eigenmotivation. Wenn der Spaß an der Bewegung einmal da sei, wolle man ihn nicht mehr missen, weiß Rothermel. "Manager tun sich keinen Gefallen, wenn ihr Tagesablauf so aussieht: Autositz, Fahrstuhl, Bürostuhl, Fahrstuhl, Autositz, Couch, todmüde zum Bewegen", so der Sportwissenschaftler. Täglich etwa 30 Minuten Bewegung würden bereits ausreichen, um gesund zu bleiben. Dabei sollte man auch gezielt Bewegung in den Tagesablauf einbauen und Treppen steigen oder mit dem Fahrrad ins Büro fahren. Dazu sollte man versuchen, tagsüber im Büro möglichst viel zu stehen und abwechselnd im Sitzen und an einem Stehpult arbeiten.

"Sehr gut für die Gesundheit sind Ausdauersportarten kombiniert mit einem kleinen Kräftigungs- und Dehnungsprogramm", so Rothermel. Bei der Ausdauer könne das zum Beispiel Laufen, Nordic Walking, Radfahren, Inlineskaten oder Rudern sein. "Wenn einem all diese Sportarten keinen Spaß bereiten und man lieber Tennis oder Fußball spielt, ist das aber auch sehr gut. Es muss etwas sein, das man gern macht, damit man auch dabei bleibt", erläutert der Sport-Experte. CIO hat bei IT-Verantwortlichen nachgefragt, wie sie sich fit halten. Fünf von ihnen haben uns mehr über ihre Beziehung zum Sport verraten.

Andreas Igler, Director IT and Operations Central Europe, Warner Music Group

Den jüngsten Marathon bestritt Andreas Igler im April in Hamburg.
Den jüngsten Marathon bestritt Andreas Igler im April in Hamburg.
Foto: Warner Music

Der CIO der Warner Music Group ist eine echte Sportskanone. "Intensive sportliche Betätigung macht nicht nur Spaß, sondern wirkt sich auch unmittelbar positiv auf die Leistungsfähigkeit in einem herausfordernden Arbeitsumfeld aus. Ich laufe seit vielen Jahren mindestens dreimal pro Woche mit Umfängen zwischen jeweils 10 und 20 Kilometern und fahre zusätzlich regelmäßig Rennrad - auch ins Büro", sagt Igler. Statt auf feste Lauftermine setzt er auf Flexibilität und sucht und nutzt Lücken in seinem Terminkalender. Die Laufschuhe gehören in sein Reisegepäck und Laufstrecken würden sich immer und überall finden. "Konkrete Zielsetzungen, wie Halbmarathon- und Marathon-Teilnahmen, unterstützen die Motivation und sorgen für die wichtigen Erfolgserlebnisse", so Igler.

Winfried Bachmann, CIO bei Hugo Kern und Liebers

Winfried Bachmannn kombiniert Ausdauer-Einheiten mit Fitnesstraining.
Winfried Bachmannn kombiniert Ausdauer-Einheiten mit Fitnesstraining.

"Ich schaffe es leider nicht immer, so viel Sport zu machen, wie ich es gerne hätte und wie es auch gut wäre", schreibt Kern-Liebers-CIO Winfried Bachmann auf unsere Anfrage. Doch ein Sportmuffel ist er keineswegs. Er motiviert sich zweimal pro Woche zum Sport. Einmal wöchentlich trainiert er in einem Fitnessstudio, außerdem macht er mindestens einmal pro Woche eine Ausdauereinheit. Je nach Witterung entscheidet er sich dabei für Schwimmen, Radfahren oder Laufen.

Clemens Blauert, IT-Leiter Evangelisches Johannesstift

Clemens Blauert spielt zweimal pro Woche Squash.
Clemens Blauert spielt zweimal pro Woche Squash.
Foto: cio.de

Clemens Blauert hat seine Sportart gefunden. Zweimal pro Woche spielt er beim Sportverein SG Stern Squash. "Squash fordert nicht nur die körperliche Fitness, sondern gleichzeitig auch die Konzentration - ideal um sich vom Alltagsstress abzulenken", so Blauert. Dazu komme noch, dass man Squash ganzjährig betreiben kann und es sich recht flexibel an die Arbeitszeiten anpassen lässt. Auch in die Berge zieht es den IT-Verantwortlichen regelmäßig: Einmal im Jahr geht er eine Woche lang Skifahren und alle zwei Jahre unternimmt er ausgedehnte Hochgebirgswanderungen.

Stefanie Kemp, IT Governance, RWE IT GmbH

Stefanie Kemp hat bei Reisen ihr Sportequipment immer dabei.
Stefanie Kemp hat bei Reisen ihr Sportequipment immer dabei.
Foto: Kemp Stefanie RWE

"Ich versuche den Sport als festen Bestandteil in meinem Terminkalender einzuplanen", sagt die IT-Managerin, die auf Reisen immer mit ihrem Equipment unterwegs ist. "Es gibt Phasen, in denen auch ich mich nicht immer motivieren kann!" so Kemp. Wenn es gelingt, sieht ihre sportliche Woche so aus: Kemp läuft zweimal wöchentlich für etwa eine Stunde, schwimmt fast täglich für 30 Minuten und spielt ein- bis zweimal pro Woche Golf. Als Gründe nennt sie die folgenden: Sie läuft, um Stress abzubauen, schwimmt zur Entspannung und spielt Golf, um den Kopf frei zu bekommen.

Patrick Naef, CIO bei Emirates Airlines

Patrick Naef trainiert gemeinsam mit einem Personal Trainer im Fitness-Studio.
Patrick Naef trainiert gemeinsam mit einem Personal Trainer im Fitness-Studio.
Foto: Emirates

"Leider habe ich nicht mehr so viel Zeit für Sport", sagt Emirates-CIO Patrick Naef. Naef war früher aktiver Volleyballer, musste den Sport jedoch nach einer Verletzung der Achillessehne an den Nagel hängen. "Heute versuche ich mich fit zu halten, indem ich versuche zweimal pro Woche eine Stunde ins Fitnessstudio zu gehen. Manchmal schaffe ich es dreimal pro Woche, manchmal gar nicht", so Naef. Darüber hinaus schwimmt er gern mit seiner Tochter um die Wette und ist passionierter Taucher - das Tauchen holt er meist im Urlaub intensiv nach.

Zum Training im Fitnessstudio motiviert der CIO sich, indem er gemeinsam mit einem Personal Trainer trainiert und sich die Stunden als feste Termine im Kalender einträgt. "Somit habe ich eine gewisse Verpflichtung zu gehen und nicht immer eine Entschuldigung, weil es immer etwas scheinbar Wichtigeres zu tun gibt", erläutert Naef. Der Trainer helfe ihm auch dabei, eine Stunde lang konzentriert zu trainieren. "Obwohl ich jedes Mal als eine Tortur empfinde, fühle ich mich danach dafür so richtig gut", sagt Naef über seine Fitnessstunden.

Wer nun Lust auf Sport bekommen hat, sollte nichts überstürzen. "Manager haben oft das Problem, dass sie auch bei Sport von 0 auf 100 starten möchten. Sie sollten maßvoll beginnen und sich etwa drei Monate Zeit geben, in denen sie langsam mit der Bewegung anfangen", empfiehlt Sportwissenschaftler Markus Rothermel. Auch ein Gesundheitscheckup beim Arzt sei zum Start nicht verkehrt.

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