Preiswerte IT-Dokumentation

IT-Management mit Open-Source-Tools

25.05.2012 | von Konrad Buck

Systemhäuser forcieren ihr Engagement in Sachen IT-Dokumentation

Unterstützung bei seiner Smart-ITSM-Initiative erhält Synetics von Systemhäusern wie der auf Open Source spezialisierten Netways GmbH aus Nürnberg. Netways-Geschäftsführer Julian Hein dazu: "Wenn wir auf Unternehmen stoßen, die noch keine Dokumentationslösung haben oder eine Fachabteilung ein entsprechendes Werkzeug für ein Teilprojekt braucht, ist i-doit unsere bevorzugte Lösung.

Aber auch als Ablösung von kommerziellen Anwendungen sehe ich bei dem Synetics-Tool viel Potenzial." Den von Synetics getriebenen Ansatz, über die CMDB von i-doit Daten aus anderen ITSM-Tools zu bündeln, unterstützt der Nürnberger Open-Source-Experte. Hein sieht die i-doit-Datenklammer vor allem im Backend-Bereich, wo sich für den Administrator eine Umgebung bauen lässt, die ihm Störungen sowie deren Ursachen und ihre Beseitigungsmöglichkeiten aufzeigt: "Mit i-doit wird es möglich, im System-Management vernünftiges Reporting zu machen."

Stadt Teterow setzt IT- und Inventar-Dokumentation ein

Einer der vielen kleineren Anwender von i-doit ist die Stadt Teterow in Mecklenburg-Vorpommern. Deren IT-Verantwortlicher Benjamin Brocks verwendet das Tool seit Mitte 2008 für die komplette IT- und Inventar-Dokumentation: "Das Werkzeug ist exakt für diese Anwendung zugeschnitten. Es bietet gute Import- und Reporting-Funktionen. Diese sind zwar am Anfang etwas spröde, bieten nach der Einarbeitung aber genau das, was wir brauchen: klein und preisgünstig einsteigen und bei Bedarf wachsen.

Damit können wir jetzt beispielsweise Versicherungslisten mit dem Bestand in i-doit abgleichen und wenn nötig aktualisieren oder Pflege- und Wartungsarbeiten an der IT planen und ausführen." Derzeit sind rund 2000 Hard- und Softwareobjekte im System und damit 70 Prozent des IT- und Stadverwaltungs-Inventars dokumentiert.

Sappi managt Server- und Netzgeräte mit ITMS-Tool

Ein großer Open-Source-Anwender, bei dem integrative IT den Dreh- und Angelpunkt aller Systeme darstellt, ist die Sappi International SA mit Hauptsitz in Brüssel. Sappi, weltweit größter Anbieter von Papier- und Zellstoffprodukten und mit 16.400 Mitarbeitern international an 100 Standorten tätig, arbeitet schon seit über zehn Jahren mit Open-Source-Tools.

Gerald Platzer zufolge, Infrastruktur Manager Europa bei der Sappi Papier Holding GmbH in Gratkorn, Österreich, ist i-doit bei Sappi seit acht Monaten produktiv. Mit dem Werkzeug dokumentiert die IT derzeit rund 2600 Objekte. Hierzu verwaltet die CMDB des Tools Server und Netzgeräte wie Switches oder Router, aber auch Klimaanlagen oder unterbrechungsfreie Stromversorgungen.

Bis Jahresende, so Platzer, "werden wir mit i-doit bis zu 5000 Objekte managen. Einsatzgebiete sind Kapazitätsplanung, vor allem Rackspace-Management oder die Skalierung der Klimaanlagen, sowie USV-Systeme."

Papierproduzent Sappi harmonisiert Open-Source-Tools mit i-doit

Weitere bei Sappi verwendete freie Tools für ITSM sind neben Nagios das Netzverwaltungswerkzeug NeDi, Cacti für Performance-Monitoring und Ntop für Netzauslastung. Um aus diesen einzelnen Systemen gelieferte Daten in eine Gesamtsicht zu transformieren, arbeitet Sappi mit dem i-doit Anbieter Synetics zusammen. Ziel ist jeweils ein aktueller, konsistenter Informationsstand.

Damit lassen sich je nach Anwendungsbedarf (und unabhängig von den Funktionen proprietärer Systeme) individuelle Auswertungen oder Management-Funktionen aufsetzen. Dazu Platzer: "Ein solcher Abgleich ist von uns angestrebt, und i-doit soll durchaus die zentrale Rolle dabei spielen.

Unser Design sieht beispielsweise vor, dass Konfigurationen, die durch NeDi entdeckt werden, mit der vorhandenen Dokumentation unter i-doit abgeglichen werden. Damit haben wir einen aktuellen Vergleich von Ist- und Soll-Situation und können bei nicht gewollten Abweichungen einschreiten."

Open-Source-Tool mit Usabiltiy-Schwächen

Michael Brandstaetter, Network Infrastructure Engineer im Platzer-Team, lobt das Werkzeug: "Wir erhalten Audit-Informationen auf Knopfdruck und können unser Kapazitäts-Management ohne Einzelinventur fahren", spart aber auch nicht mit Kritik: "Die Usability ist noch verbesserungswürdig. Wir brauchen zu viele Klicks, um zu den Daten zu kommen, das könnte effizienter und besser programmiert werden.

Abgesehen von der Rechteverwaltung wünschen wir uns noch eine Funktion für Massen-Updates, weil wir dies bis dato umständlich mit Stored Procedures, also direkt über die Datenbank, auslösen müssen." Auch bleibt Brandstaetter kein Fehler verborgen, der dem Synetics-Qualitätsprozess bei Updates unterlaufen ist. Aber auch das ist eben Open Source: "Wir reizen das Produkt fast zu 100 Prozent aus, gehen bei jeder Lösung gerne ans Limit - und erwarten von den Anbietern, dass sie mitziehen."

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