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IT-Investitionen in Deutschland nehmen zu

25.08.2004

Hiesige Firmen wollen wieder mehr Geld für IT und E-Business ausgeben. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) sowie der Wegweiser GmbH.

Wie die Umfrage unter mehr als 12.000 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen ergab, erweist sich dabei der Mittelstand noch stärker als bereits 2003 als Investitionsmotor: So beabsichtigen mehr als 40 Prozent der kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) sowohl dieses als auch nächstes Jahr, höhere Investitionen in IT und E-Business vorzunehmen. 2005 will auch die Mehrheit der Großunternehmen die IT-Ausgaben steigern.

Investiert wird vor allem in IT-Sicherheit, Server, Speichersysteme, mobile Anwendungen und Wireless LAN. In E-Business wollen laut Umfrage in diesem Jahr insbesondere Softwarehäuser und IT-Serviceanbieter, aber auch der Handel und Dienstleister investieren. Nächstes Jahr planen daneben auch das Verlags- und Druckgewerbe sowie Kfz-Hersteller größere Ausgaben in diesem Bereich. Als wichtigstes Ziel beim Einsatz von E-Business-Lösungen wurde die Beschleunigung der Geschäftsprozesse genannt. Außerdem wollen die Unternehmen Kosten senken und flexibler sowie schneller auf Kundenwünsche und Marktentwicklungen reagieren.

Was die Ergebnisse anbelangt, scheint Realismus eingekehrt zu sein: So rechnen nur noch zwölf Prozent der Anwender damit, dass sich die Aufwendungen für ein E-Business-Projekt spätestens nach einem Jahr amortisieren. Im vergangenen Jahr waren noch 17 Prozent der Nutzer von einem so schnellen Return on Investment (RoI) ausgegangen.

Einen Anstieg der IT-Investitionen, wie ihn Marktforscher in den USA erwarten, wird es hierzulande aber voraussichtlich nicht geben: Wie eine Umfrage von IDC unter rund 400 US-Managern rechnen die Führungskräfte in den USA für die kommenden zwölf Monate mit einem Ansteigen der IT-Ausgaben um 12,9 Prozent. Der Wert liegt damit deutlich über den eigenen Prognosen des Marktforschungsinstituts. IDC selbst geht für 2004 in den Vereinigten Staaten von einem Wachstum der IT-Ausgaben um fünf Prozent auf 376,4 Milliarden Dollar aus. Im kommenden Jahr erwarten die Auguren ein weiteres Ansteigen um sechs Prozent.

Überwiegend optimistisch äußerten sich auch die von Accenture befragten 302 Manager großer US-Unternehmen. Lediglich zehn Prozent von ihnen gehen davon aus, dass sie künftig weniger Geld für IT ausgeben werden. 55 Prozent rechnen dagegen für die nächsten Jahre mit steigenden Budgets.

Zusätzlich gaben 84 Prozent der Studienteilnehmer an, dass die Produktivität in ihren Unternehmen in den vergangenen Jahren gestiegen sei; den Grund dafür sahen viele von ihnen in einer besseren Nutzung der IT (83 Prozent) und in der richtigen Menge an Investitionen in neue Technik (65 Prozent). Andererseits sahen sich 47 Prozent der Befragten nicht in der Lage, den durch IT-Einsatz erzielten Geschäftsvorteil zu bemessen. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte gab an, die Investitionen in IT hätten sich bislang noch nicht gelohnt. (mb)