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IT-Industrie der USA verliert in drei Jahren über 400.000 Jobs

16.09.2004

Eine Studie hat ergeben, dass in der IT-Industrie in den USA zwischen März 2001 und April dieses Jahres 403.300 Jobs verloren gegangen sind. Darüber hinaus seien die Aussichten für technische Angestellte weiterhin trübe.

Auch nachdem Arbeitsmarktexperten im November 2001 die Rezession für beendet erklärten, hörten die Arbeitsplatzprobleme nicht auf. Im Gegenteil: Etwas mehr als die Hälfte der 403.300 Jobs ging erst ab Ende 2001 verloren. Insgesamt reduzierte sich die Zahl der Hightech-Angestellten in den USA um 18,8 Prozent auf 1,74 Millionen. Die Studie wurde am Center for Urban Economic Development der Universität Illinois in Chicago abgefasst. In Auftrag gegeben hatte den Report die Gewerkschaft Washington Alliance of Technology Workers (Wash Tech).

Die Autoren der Studie kompilierten für ihre Ergebnisse die Daten zweier anderer Untersuchungen: der Statistik über die Beschäftigtenzahlen sowie der Bevölkerungsstatistik. Nik Theodore, Direktor am Institut Urban Economic Development sagte, Unternehmen seien immer noch unsicher, ob sich die wirtschaftliche Gesamtsituation signifikant bessere. Deshalb hätten sie die vergangenen Jahre gezögert, Mitarbeiter einzustellen. Außerdem seien eine ganze Reihe von Jobs auch in Billiglohnländer transferiert worden. Hightech-Angestellte müssten nicht nur den Löwenanteil der Restrukturierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre tragen. Vielmehr sei für diese hoch qualifizierten Arbeitnehmer noch immer keine Entwarnung zu verzeichnen. "Teilweise hat sich die Situation sogar noch verschlechtert", sagte Theodore.

Besonders betroffen von den Arbeitsplatzverlusten ist die Region von und um San Francisco, schreibt das Wirtschaftsblatt "Wall Street Journal". Hier ist die Hightech-Beschäftigungsrate zwischen März 2001 und April 2004 laut dem US-Wirtschaftstitel um 49 Prozent gesunken. Ähnlich hart traf es Boston und Umgebung, wo immerhin jeder dritte Technologie-Job verloren ging. Im Großraum Seattle, wo Microsofts Hauptquartier angesiedelt ist, hielt sich der Arbeitsplatzabbau unter den hoch qualifizierten IT-Fachleuten vergleichsweise in Grenzen: "Nur" elf Prozent der IT-Experten verlor dort den Arbeitsplatz. (jm)