Generali macht es vor

IT-Governance statt Diktatur

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Zirka zwei Millionen Euro hat der Versicherungskonzern Generali Deutschland in den vergangenen drei Jahren ausgegeben, um IT-Architektur und IT-Governance-Prozesse strukturierter und transparenter umsetzen zu können.
Foto: Fotolia, FrankU

Tablet-PCs und Cloud Computing erhalten mehr Aufmerksamkeit. Aber am Ende des Tage ist ein "dröges" Thema wie IT-Architektur und -Governance mindestens ebenso spannend. Allerdings gehören Projekte in diesem Bereich in die "Must"-Kategorie; ein RoI dafür lässt sich kaum seriös berechnen. Doch wenn man sie nicht macht, büßt man nach und nach seine strategischen Optionen ein, beteuert Klaus Wolf, Leiter der Abteilung IT-Steuerung bei der Generali Deutschland Informatik Services GmbH in Aachen.

Die Steuerung eines großen IT-Systems ist für Wolf "vergleichbar mit einem Öltanker, der bei voller Geschwindigkeit auf hoher See ein Manöver vornimmt". Für diese Übung sei "eine gewisse Weitsicht" notwendig. Die wollte sich die Generali Deutschland verschaffen, indem sie eine strukturierte Wissensbasis für die IT-Governance aufbaute und in die IT-Prozesse integrierte.

Von Mitte der 90er Jahre bis etwa 2005 verfolgte das Unternehmen auf der IT-Seite einen strikten Harmonisierungskurs. Die gesamte Anwendungslandschaft wurde konsolidiert und vereinheitlicht. Wo immer möglich, einigte man sich auf genau ein System. "Der CEO höchstpersönlich verfolgte die Entwicklung", berichtet Wolf, "wir sollten frühzeitig vorgeben, was wir wie umsetzen wollten."

Projektsteckbrief

  • Branche: Versicherung.

  • Projektkategorie: Einführung eines IT-Planungs- und Steuerungssysstems.

  • Ziel: Transparente Gestaltung der It-Architektur und IT-Governance-Prozesse, Hilfestellung bei Architekturentscheidungen.

  • Kernprodukte: PlanningIT von Alfabet.

  • Aufwand: zwei Millionen Euro vertreilt über die Projektlaufzeit von drei Jahren

  • Herausforderungen: Die einzelnen Gesellschaften agieren sehr selbständig am Markt.

  • Stand des Projekts: nach drei Jahren Projektlaufzeit seit Ende 2010 in Betrieb.

  • Erstes Ergebnis: Entscheidungshilfe beim Merger von Generali und Volksfürsorge.

  • Involvierter Anbieter: Alfabet, Berlin.

  • Ansprechpartner: Klaus Wolf, Leiter IT-Steuerung bei Generali Informatik Services.

Teaserbild: Human Internet Consult AG