Gehaltsstudie 2009

IT-Gehälter wachsen trotz Krise

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Die Einkommen der IT-Manager stiegen um 4,5 Prozent, die der Fachkräfte um zwei Prozent. Das ergab die aktuelle Vergütungsstudie von Personalmarkt und COMPUTERWOCHE.
Vom Regen verschont: IT-Profis verdienen trotz krise gut und sogar noch mehr als im Vorjahr.(Foto: Moodboard/Fotolia.com)
Vom Regen verschont: IT-Profis verdienen trotz krise gut und sogar noch mehr als im Vorjahr.(Foto: Moodboard/Fotolia.com)
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Verkehrte Welt: Nachdem im Vorjahr die Gehälter der IT-Führungskräfte lediglich um zwei und die der Fachkräfte um ein Prozent gestiegen waren, rechneten Vergütungsberater in diesem Jahr erst recht mit eher bescheidenen Zuwächsen. Die aktuellen Zahlen der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt sprechen jedoch eine andere Sprache. Über 14.000 Datensätze wurden ausgewertet, und das Ergebnis ist eindeutig: Mehr als vier Prozent mehr Geld für die Häuptlinge, rund zwei Prozent für das Fachpersonal.

Tim Böger, Personalmarkt: "Der Fachkräftemangel macht sich bei den Gehältern bemerkbar."
Tim Böger, Personalmarkt: "Der Fachkräftemangel macht sich bei den Gehältern bemerkbar."

Derzeit verdient eine IT-Führungskaft im Schnitt rund 87.700 Euro Jahresgesamtgehalt, eine IT-Fachkraft erhält 49.200 Euro. "IT-Beschäftigte, insbesondere die Führungskräfte, konnten entgegen dem allgemeinen Markttrend deutlich zulegen", kommentiert Projektleiter und Personalmarkt-Geschäftsführer Tim Böger. Ein Grund sei der anhaltende Fachkräftemangel gepaart mit der demografischen Entwicklung - ein Trend, der sich in den nächsten Jahren verschärfen werde.

Auch Martin Hofferberth, Manager European Database bei Towers Perrin in Frankfurt am Main, teilt Bögers Optimismus - auch im Hinblick auf die nächste Gehaltsrunde. Denn in der aktuellen Towers-Perrin-Umfrage unter europäischen Hightech-Unternehmen geben die Personaler an, dass sie für nächstes Jahr ihr Vergütungsbudget um 2,6 Prozent höher angesetzt haben als in diesem Jahr. "Fast die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet aufgrund eines positiven Ausblicks mit Lohnerhöhungen und höheren Vergütungsbudgets", so Hofferberth.

IT-Projektleiter sind die Spitzenverdiener

Guido Happe, Vorstand der Personalberatung Steinbach & Partner, kann sich die gesunden Zuwächse erklären. Der Kampf um die wenigen guten Fachkräfte, die gerade in diesen schwierigen Zeiten wenig Bereitschaft zeigen, den Arbeitgeber zu wechseln, werde immer schärfer ausgetragen - "auch über das Gehalt". Dadurch ist für einige Profis Krise ein Fremdwort. Zum Beispiel Sicherheitsexperten könnten auch beim Wechsel pokern. Für sie gelte nach wie vor die stille Vereinbarung, dass der neue Arbeitgeber zehn bis 20 Prozent mehr zahlen muss als der alte.

Gut lachen haben auch dieses Jahr wieder IT-Projektleiter. Sie gehören zu den Spitzenverdienern unter den IT-Fachkräften und können in Ausnahmefällen bis 200.000 Euro jährlich verdienen. "Derart hohe Gehälter werden in der Regel nur bei sehr komplexen Projekten mit entsprechender Team- und Budgetverantwortung gezahlt", ermittelte Böger. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines IT-Projektleiters liegt gegenwärtig bei rund 67.000 Euro.