IT-Gehälter: Viele Mittelständler bekommen nicht mehr als im Vorjahr

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Üppige Gehaltszuwächse gehören auch im Mittelstand der Vergangenheit an, Spezialisten müssen froh sein, wenn sie das Niveau des Vorjahres halten können. Mitarbeitern großer Firmen geht es auch nicht viel besser. Wer die Sieger und die Verlierer der diesjährigen Gehaltsrunden im Mittelstand sind, ermittelte Towers Perrin im Auftrag der COMPUTERWOCHE.

Zum zweiten Mal haben die Vergütungsexperten der weltweit tätigen Unternehmensberatung Towers Perrin die Einkommen der Mitarbeiter in mittelständischen Unternehmen untersucht, und zwar auch im Vergleich zu ihren Kollegen in großen Firmen.

Studiensteckbrief Untersuchung von: Towers Perrin und Computerwoche Studiengegenstand: Gehälter im IT-Mittelstand Befragte: 95 Unternehmen bis 300 Millionen Euro Umsatz Vergleichsgruppe: Unternehmen größer 300 Millionen Euro Umsatz Branche: TK und IT

So verdient ein Einsteiger im IT-Beratungsumfeld bei einem Unternehmen mit weniger als 300 Millionen Euro Umsatz ein Grundgehalt von 41 000 Euro. Sein Zielgehalt ist rund zehn Prozent höher und liegt bei 45000 Euro. Damit steht auch schon der erste Sieger der diesjährigen Gehaltsrunde fest. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies nämlich beim Grundgehalt ein Plus von über zehn Prozent. Das Zieleinkommen hat sich allerdings nicht verändert.

Informatiker entdecken Mittelstand

Das Grundgehalt umfasst alle Gehaltsbestandteile, die nicht durch die Leistung beeinflusst werden. Ein 13. oder 14. Monatsgehalt sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld sind also eingeschlossen. Das Zielgehalt hingegen bildet die Summe aus dem Grundgehalt und variablen Bestandteilen wie Provisionen, Gewinnbeteiligungs-, Management- oder Leistungsboni.

Vergütungsexperte Dirk Ewert von Towers Perrin erklärt das so: In der Boomphase der IT vor wenigen Jahren stellten gerade mittelständische Unternehmen Quereinsteiger und junge Leute ohne Hochschulabschluss ein. Notgedrungen, weil sie sich die wenigen studierten Informatiker nicht leisten konnten und die jungen Experten ihrerseits oft wenig Interesse zeigten, bei einem kleinen Arbeitgeber einzusteigen. Schließlich wusten sie, dass in den Konzernen sehr gute Gehälter auf sie warteten. Nun aber können auch die Mittelständler angesichts der aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt auf gut ausgebildete IT-Fachleute zugreifen, die sie nicht mehr allzu üppig honorieren müssen.