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IT Forum: Harte Worte für die TK-Branche

17.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Peter Cochrane, früherer Chief Technologist von British Telecom und Mitgründer von ConceptLabs, ging am Abschlusstag des European IT Forum der IDC mit der TK-Branche hart ins Gericht. "Nachdem WAP und GPRS bereits der technologische Mülltonne zugedacht sind, werden wohl 3G und Bluetooth die nächsten Kandidaten", so Cochrane. "Und aus den gleichen Gründen - übermäßig gehypt, überfällig, übermäßig kompleyx, überteuert und zu wenig Leistung. Leider haben Hersteller wie Netzbetreiber Haus und Hof auf ihren Erfolg verwettet, und wenn dieser ausbleibt, wird ihre finanzielle Notlage erheblich ausgedehnt. Bei vorsichtiger Einschätzung wird die gegenwärtige Telecom-Krise noch wenigstens fünf bis sieben Jahre andauern." Zusätzliche Stolpersteine seien die Auswirkungen von WLAN, IP-Telefonie und das Entstehen neuer Wettbewerbsformen, meint der

Experte.

"Wie konnte alles derart schief laufen?" fragte Cochrane. "Die Industrie ging von andauerndem expontiellem Wachstum aus und vergaß, dass sie auf eine logistischen Welle reitet - sie wurde gierig und stoppte Innovationen. Die letzten großen Dinger waren Fibre-Optics im Langstreckenbereich und digitaler Mobilfunk. Ohne Glasfaser auf der letzten Meile drohten die Kosten die Netzbetreiber zu erdrosseln, und jetzt brauchen sie Innovationen, haben aber keinen Umsatz. Für dieses Rätsel braucht es radikale Lösungen, wenn die meisten überleben sollen." Welche das sein sollen, vergaß Cochrane leider mitzuteilen. (tc)