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IT-Firmen fällt die Aufgabe von Aktienoptionsplänen schwer

11.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Obwohl von Investoren gefordert, sind viele IT-Unternehmen bislang nicht bereit, die Ausgabe von Aktienoptionen an Mitarbeiter zu stoppen. Einige Companies erweisen sich im Gegenteil als zunehmend großzügiger, was die Belohnungsprogramme betrifft. So haben etwa Apple, Adobe, EDS, Ciena oder Sanmina-SCI in den letzten Monaten ihren Angestellten angeboten, derzeit aufgrund des niedrigen Börsenkurses "wertlose" Optionsscheine gegen neue einzutauschen. Dank eines niedrigeren Einstiegswerts steigt dabei die Chance für die Mitarbeiter, die Aktienoptionen in einigen Jahren profitabel ausüben zu können. Zum Unmut der Anleger erhöht sich damit aber gleichzeitig auch die Zahl der ausgegebenen Anteile. Einige Investoren beklagen außerdem, dass damit die schwache Leistung eines Unternehmens noch belohnt werde.

Die Firmen nehmen nach einem Bericht des "Wall Street Journal" die Kritik in Kauf und argumentieren, der Umtausch in neue Optionsscheine oder eine geringere Zahl Aktien sei ein wichtiges Mittel zur Bindung von wertvollen Mitarbeitern. Diese könnten sonst - auch wenn das nicht unbedingt aktuell drohe - zur Konkurrenz wechseln. Zudem, so viele Companies, würde die Zahl der Aktienoptionen mit dem Schritt deutlich reduziert.

Ob die Maßnahmen tatsächlich von Vorteil sind, bleibt Anlegern aber häufig verborgen: So kündigte Apple im März diesen Jahres an, dass CEO Steve Jobs bereit sei, 27,5 Millionen Aktienoptionen in fünf Millionen Apple-Aktien umzutauschen. Erst zwei Monate später wurde beiläufig bekannt, dass dadurch die Summe der gehandelten Papiere um zwei Prozent steigt. (mb)