IT-Experten sind wieder gefragt

05.04.2005
Von Christina Mankus
Kaum zeigen sich die ersten positiven Signale am IT-Arbeitsmarkt, fehlen in vielen Firmen erfahrene IT-Fachkräfte. Die Situation könnte sich aufgrund des demografischen Wandels noch verschärfen.

Hier lesen Sie ...

  • weshalb Unternehmen wieder einen IT-Fachkräftemangel fürchten müssen;

  • welche Folgen der demografische Wandel für die IT-Branche hat;

  • wie Firmen mit Qualifizierung und frischen Konzepten diesen erneuten Personalengpass überwinden können.

IT-Profis haben derzeit wieder gute Karten am Arbeitsmarkt. Die Branche ist im Aufwind, und die Unternehmen melden wieder wachsenden Personalbedarf. 3,4 Prozent mehr Umsatz prognostiziert der Branchenverband Bitkom für dieses Jahr und erwartet gleichzeitig, dass die Unternehmen wieder mehr Mitarbeiter einstellen. Einer Verbandsumfrage zufolge wollen rund 46 Prozent der IT-Firmen neue Jobs schaffen, während 42 Prozent ihre Mitarbeiterzahl zumindest stabil halten wollen.

Die Bundesagentur für Arbeit meldet ganz andere Zahlen für den Arbeitsmarkt. Doch hohe Arbeitslosenzahlen bedeuten nicht, dass IT-Unternehmen leicht passende Mitarbeiter finden. Ganz im Gegenteil sprechen jetzt Experten wieder von einem Fachkräftemangel, denn viele Firmen haben Probleme, ihre ausgeschriebenen Stellen schnell und adäquat zu besetzen. Dem Zeitarbeitsunternehmen DIS AG ergeht es ähnlich, denn im Geschäftsbereich Information Technology gibt es momentan rund 140 offene Positionen, für die die geforderten Profile vom Softwareentwickler über den SAP-Spezialisten bis zum IT-Projekt-Manager reichen.

Die Situation im IT-Bereich gilt dabei im Vergleich zu Branchen wie etwa dem Maschinenbau, der Elektrotechnik oder der Verfahrenstechnik noch als entspannt. In einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung sahen 27 Prozent der befragten Unternehmen der Elektrotechnik Probleme, das richtige Personal zu finden, zwölf Prozent im Bereich Mechatronik und nur bescheidene fünf Prozent in der IT. Überdurchschnittlich viele IT-Mitarbeiter wurden in den letzten Jahren arbeitslos und haben nun wieder Chancen. Auf längere Sicht kommen jedoch durch die sinkende Zahl an Informatikstudenten neue Schwierigkeiten auf die Unternehmen zu.

Laut Statistischem Bundesamt dürfte sich die Zahl der Menschen im Erwerbsalter zwischen 2000 und 2030 um rund 5,4 Millionen auf 45,7 Millionen Menschen verringern. Bis 2050 sei sogar ein Verlust von über zehn Millionen Arbeitskräften zu verzeichnen (rund 40,8 Millionen). Wie sich dieser Trend auf die IT auswirken wird, welche Berufe und Branchen oder welche Regionen besonders betroffen sein werden, lässt sich schwer prognostizieren, etwa wie sich die Studienneigung entwickelt oder was gefragte Berufsbilder sind. Sicher ist allerdings, dass es notwendig werden wird, dem demografischen Trend entgegenzusteuern, und dass die bisherigen Konzepte nicht ausreichen werden.

Auch Christina Mankus, DIS AG, sucht neue IT-Mitarbeiter.
Auch Christina Mankus, DIS AG, sucht neue IT-Mitarbeiter.

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