Freelancer Studie

IT-Experten kennen ihren Wert

Susanne Köppler ist freie Autorin in München.
Nach einer leichten Stagnation im letzten Jahr ist der durchschnittliche Stundensatz von IT-Freiberuflern erneut gestiegen. Das ergibt die aktuelle Freelancer Studie von GULP.

Mit 1.291 teilnehmenden IT-Freelancern gibt die Studie einen Einblick in die Arbeitsrealität der Experten. Trotz höherer Honorare bleibt unterm Strich nur marginal weniger für die Freelancer über.

IT-Freiberufler verlangen zwar mehr Honorar, unterm Stricht bleibt aber nicht deutlich mehr übrig.
IT-Freiberufler verlangen zwar mehr Honorar, unterm Stricht bleibt aber nicht deutlich mehr übrig.
Foto: GaudiLab - shutterstock.com

Freiberufler verlangen mehr als im letzten Jahr

Im Vergleich zum letzten Jahr verlangen IT-Freiberufler durchschnittlich 2,98 Euro mehr und kommen so auf einen Netto-Stundensatz (ohne Mehrwertsteuer) von 83,48 Euro. "Viele Freelancer sind gezwungen, ihre Preise anzuheben", erklärt Stefan Symanek, Leiter Marketing bei GULP. Dies liege daran, dass die Kosten für Selbständigkeit durch Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung, Steuerberater, Fort- und Weiterbildungen, Büro und vieles mehr so hoch sind wie noch nie. Denn obwohl sich die IT-Freiberufler im Vergleich zu 2015 über durchschnittlich 10,8 Prozent mehr Umsatz freuen können, ist ihr Gewinn nur um 3,8 Prozent gestiegen.

"Dieser Trend wird sich wohl in naher Zukunft nicht umkehren, da laut unserer Umfrage etwas über die Hälfte (51,6 Prozent) erwägt, ihre Honorare beim nächsten Projekt zu verändern", erklärt Stefan Symanek weiter. Konkret denken davon 91 Prozent darüber nach, einen höheren Stundensatz zu verlangen, größtenteils zwischen 5 und 10 Prozent mehr. Relativ gering ist der Anteil derer, die ihre Honorare senken würden. Die Strategie, mit niedrigen Preisen zum Projektzuschlag zu kommen, ist durch den verstärkten Bedarf an IT-Spezialisten heutzutage nicht mehr notwendig. "Die Freiberufler wissen, was ihre Skills auf dem Markt wert sind", konstatiert Stefan Symanek.

Unternehmen und Freelancer sind sich in der Preispolitik meist einig

Das scheinen auch die Unternehmen zu wissen, denn bei immerhin 48,7 Prozent der befragten Freiberufler entsprach der final verhandelte Stundensatz dem geforderten Betrag. "Das spricht für eine gute und übereinstimmende Preispolitik zwischen Angebot- und Nachfrageseite und dafür, dass die Unternehmen bereit sind, die professionelle Arbeit der Freelancer auch entsprechend zu würdigen", stellt Stefan Symanek fest.

Die befragten Selbständigen
Die befragten Selbständigen
Foto: GULP

Freelancer packen aus: Die GULP Freelancer Studie

Die GULP Freelancer Studie löst die GULP Stundensatz-Umfrage ab und liefert wichtige Eckdaten auf dem IT-Freiberufler-Markt. Als dreiteilige Studie bietet sie beispielsweise Einblicke, wie sich die Stundensätze und die finanzielle Lage der Experten entwickeln, zur Auslastung in den IT-Projekten, welche Skills und welches Know-how gefragt ist und zur allgemeinen Zufriedenheit und Einstellung der Freiberufler. Die Umfrage wurde sechs Monate lang online und anonym durchgeführt. An der Befragung nahmen IT- und Engineering-Selbstständige mit und ohne GULP Profil teil.