Gründer immer älter

IT-Branche fordert mehr Unterstützung für Firmengründer

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Die IT-Branche fordert mehr staatliche Unterstützung für Firmengründer.
Achim Berg fordert bessere Rahmenbedingungen für High-Tech-Start-ups.
Achim Berg fordert bessere Rahmenbedingungen für High-Tech-Start-ups.
Foto: Microsoft

Junge Technologieunternehmen müssten in den ersten zehn Jahren von Steuern und Sozialabgaben befreit werden, verlangte Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg am Donnerstag zur Vorstellung einer Gründerstudie.

Der Studie zufolge, die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zusammen mit Microsoft Deutschland erstellt wurde, sank die Zahl der High-Tech-Firmengründungen zum Jahr 2008 auf einen Tiefstand. Damit wurde das bisher niedrigste Ergebnis des Jahres 2002 - nach dem Platzen der New-Economy-Blase - noch unterschritten. Im Vergleich zum Höhepunkt im Jahr 2000 wurden über ein Viertel weniger High-Tech-Firmen gegründet. Im Vergleich etwa zu den USA sei die Gründungsneigung in Deutschland sehr gering, sagte Georg Licht, Leiter der Studie beim ZEW.

Sollte sich an den Rahmenbedingungen nichts ändern, werde die Zahl der Unternehmensgründungen in der Branche bis zum Jahr 2030 voraussichtlich weiter um rund zehn Prozent zurückgehen, hieß es. Berg, der auch Vizepräsident des IT-Branchenverbandes BITKOM ist, forderte, der im Koalitionsvertrag beschlossene High-Tech-Gründerfonds müsse zügig angelegt und ausgebaut werden. Auch müssten Investitionen in Forschung und Entwicklung gefördert werden.

Der Studie zufolge war der typische Unternehmensgründer in der deutschen High-Tech-Branche im Jahr 2008 im Schnitt 40,8 Jahre alt, während das Durchschnittsalter im Jahr 1995 noch bei 37,5 Jahren lag. Die typische Vorstellung von einem High-Tech-Gründer - Ende Zwanzig, frisch von der Universität - entspreche damit nicht der Realität. In den USA gebe es heute sogar mehr Unternehmensgründer in der Altersgruppe über 50 Jahre als unter den jüngeren. Die erhöhte Gründungsbereitschaft bei Älteren konnte hierzulande aber den Abwärtstrend anders als in den USA nicht ausgleichen. (dpa/tc)