Fachkräftemangel

IT-Administratoren auf Zeit gesucht

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Im Vergleich zu den begehrten Beratern und Entwicklern galten sie immer als Verlierer. Doch nun scheinen auch IT-Administratoren vom Fachkräftemangel zu profitieren.

Die Münchner Zeitarbeitsfirma Tecops hat sich auf die Vermittlung von IT-Profis spezialisiert. Noch im vergangenen Jahr hatte sie ihre Mühe, IT-Administratoren schnell eine neue Stelle zu verschaffen. Nur 6,5 Prozent aller Personalanfragen richteten sich an diese Zielgruppe, in der Regel mussten Administratoren zwei bis drei Wochen warten, bis sie wieder vermittelt werden konnten. Mittlerweile beziehen sich laut Tecops 15 Prozent aller Anfragen auf Admin-Jobs und es vergehen "nur noch wenige Tage, bis IT-Profis bei ihrem neuen Arbeitgeber die IT-Infrastruktur verwalten können", sagt Tecops-Geschäftsführer Reiner Pientka. Vor allem Großunternehmen, Mittelstandsbetriebe sowie öffentliche Einrichtungen suchten derzeit dringend Administratoren.

Dass Administratoren zur Mangelware geworden sind, bestätigt eine Studie des Branchenverbandes Bitkom vom Dezember 2007. Demnach entfallen 20 Prozent der offenen Stellen im ITK-Bereich auf Administratoren. In den Anwenderbranchen sind 63 Prozent der offenen Stellen im Admin-Bereich unbesetzt. Für die Administratoren sind das laut Pientka freilich gute Nachrichten: " Sie können das entstandene Personalvakuum für sich nutzen und aus zahlreichen Angeboten die für sie optimale Stelle wählen." Zudem könnte sich der Mangel auch positiv auf die Gehälter auswirken. Bisher gehörten die Administratoren, unabhängig ob sie frei oder im Angestelltenverhältnis arbeiteten, zu den am schlechtesten bezahlten IT-Profis. Laut einer Studie des Projektportals Gulp von Februar 2008 stagnierte die Stundendsatzforderung von Administratoren bei 55 Euro, während sich Berater (74 Euro), Trainer (67 Euro) und Softwareentwickler (64 Euro) in den vergangenen sechs Monaten finanziell verbesserten.