IT-Battle

Ist Windows Phone tot?

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Microsoft schreibt 7,6 Milliarden Dollar für seine Handy-Sparte ab und streicht wohl bis zu 7800 Jobs im Smartphone-Geschäft. Ist das das Ende von Windows Phone? Die Redakteure Manfred Bremmer und Jürgen Hill diskutieren das Pro und Contra der Microsoft-Entscheidung.

Pro: Bye Bye Windows Phone

Jürgen Hill, Teamleiter Technologie

Foto: Joachim Wendler

Schade, gerade als ich mich langsam an Windows Phone gewöhnt hatte - das Betriebssystem ist in der Praxis besser als sein Ruf und sowohl iOS als auch Android können an mancher Stelle in Sachen Usability von Windows Phone lernen - verkündet Microsoft das Ende des mobilen Betriebssystems. Anders sind für mich die jüngsten Meldungen, 7,6 Milliarden abzuschreiben und bis zu 7800 Jobs im Phone-Bereich zu streichen, nicht zu interpretieren. An die Story, dass dies die Chance auf einen großen Neuanfang sei, glaubt doch kein Mensch. Und mit drei Modellen pro Jahr - eins im Billig-Segment, eins für den Fanboy und eins für den Business-Kunden - überleben? Das Beispiel Blackberry zeigt nur zu gut, wie ein Unternehmen damit an der Grenze der Wahrnehmbarkeit im Smartphone-Business vor sich hindümpelt.

Ebenso wenig glaube ich, dass nun dank des Rückzugs Microsofts massenhaft andere Hersteller auf den Windows-Phone-Zug aufspringen werden. Schon in den letzten Jahren waren rund 90 Prozent der verkauften Windows Phones lediglich Microsoft-Hardware. Dass eine solche Software-only-Strategie scheitern muss, zeigt zudem ein anderes Beispiel: HP brachte mit großem Brimborium sein Tablet mit dem eigenem Betriebssystem WebOS auf den Markt und stellte dann die Hardware-Produktion ein. Am Betriebssystem WebOS hatte danach niemand ernsthaft Interesse, obwohl HP es zu Opensource erklärte.

Und nur ein Modell pro Jahr für Consumer? Das Beispiel Blackberry zeigt doch nur zu gut, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Wer Smartphones bauen oder ein entsprechendes Betriebssystem vermarkten will, braucht die Consumer-Massen. Denn nur so finden sich die Entwickler, die die Apps entwickeln, die letztlich über den Erfolg einer Smartphone-Plattform entscheiden. Und genau da fehlte es bei Windows Phone auch.

Deshalb gibt es von mir zur Zukunft von Windows Phone nur ein Trauerndes "Rest in peace", es war schön mit dir und der Markt hätte eine ernsthafte Alternative zum Duopol von Android und iOS brauchen können.

Contra: "Nochmal mit mehr Gefühl"

Manfred Bremmer, Redakteur

Sicher: Eine weitere Milliardenabschreibung im Zusammenhang mit der Übernahme der Gerätesparte von Nokia vor einem Jahr und der Abbau von zusätzlichen bis zu 7800 Mitarbeitern wirkt zunächst wie eine Bankrotterklärung für die hauseigene Plattform Windows Phone. Tatsächlich nimmt Microsoft-Chef Satya Nadella damit aber eine Strategieänderung vor, die nun hoffentlich in die richtige Richtung geht und Wirkung zeigt.

Die Diagnose ist klar: Als sein Vorgänger Steve Ballmer im Herbst 2013 in seiner bulligen Art beschloss, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen und die Handy- und Smartphone-Geschäft der Finnen aufzukaufen, brachte er den Konzern in eine gefährliche Position: Er wurde im Smartphone-Geschäft zu einem mächtigen Konkurrenten seiner Lizenznehmer von Windows Phone und überflutete den Markt mit einer Riesenanzahl von fast schon unverschämt günstigen Lumia-Smartphones. Als Resultat sind größere OEMs wie HTC, Samsung oder LG mittlerweile nicht mal mehr mit Geld, geschweige denn guten Worten zum Bau neuer Windows Phones zu bewegen - dass Microsoft mehr als 90 Prozent Marktanteil bei Windows Phone aufweist, dürfte Abschreckung genug sein.

Ballmer-Nachfolger Nadella will nun die Sache etwas kleiner angehen: Berichten zufolge kommen künftig nur je ein oder zwei Telefone aus den Kategorien Business-Devices, günstige Einstiegsgeräte und Produktflaggschiff auf den Markt. Dies mindert im worst case die Verluste - positiv betrachtet, sorgt diese Strategie ähnlich wie bei den eigenen Surface-Modellen oder auch Googles Nexus-Reihe für Impulse und sichert gleichzeitig eine Grundversorgung, ohne den OEMs weiterhin die Luft zum Atmen zu nehmen.

Auch der Plan, sich aus einigen wenig erfolgversprechenden Märkten und Carrier-Beziehungen zurückzuziehen, macht Sinn: So weist Windows Phone zwar weltweit einen Marktanteil von zwei oder drei Prozent auf. Gerne wird aber übersehen, welche Erfolge die Plattform in einigen Regionen feiert, In Italien und Frankreich liegt der jüngste Marktanteil laut Kantar Worldpanel bei 13,9 (vor iOS!) beziehungsweise knapp zwölf Prozent, in Deutschland kommt Windows Phone auf passable acht Prozent.

Scheitern sieht anders aus: In Italien liegt Windows Phone sogar vor iOS
Scheitern sieht anders aus: In Italien liegt Windows Phone sogar vor iOS
Foto: Kantar Worldpanel

Gleichzeitig beginnen auch mehr und mehr Unternehmen, sich für Windows Phones als Business-Geräte zu interessieren, zumal bei vielen IT-Entscheidern die mit Windows 10 und Universal Apps versprochene Story von einem System für alle Devices offenbar gut ankommt. Hier tut Microsoft gut daran, weiterhin den Nachschub mit aktuellen Geräten zu gewährleisten - zugegeben ähnlich wie Blackberry, aber sicher aus einer ganz anderen Position heraus.

Ob der Plan aufgeht, muss sich zeigen. Viel mehr verlieren kann Microsoft aber nicht. Die Sparte ist nun weitgehend abgeschrieben und dank der Ausweitung seiner Lösungen auf Android und iOS ist Microsoft nicht unbedingt auf Windows 10 Mobile angewiesen, um im Mobility-Geschäft erfolgreich zu sein - ins Zentrum sind längst die Office-Apps und Cloud-Lösungen gewandert.

 

Oekonomicus

Das ist ja ein Hammer, nur noch rund 6% Marktanteil und Verkauf der konventionellen Handysparte, nebst der Rechte an dem Namen Nokia, Whowww!
Das wird auch zunehmend den Desktop-Dinosaurier den Viren-Windows-PC's gefährden, ihre einzige Chance ist, auf den 1999 gestoppten Windows-NT-Zug wieder aufzuspringen.
Damals wollte man endlich weg von der anfälligen Virenempfindlichen Baustelle Windows mit zu hohem Anteil an altem anfälligem X86er-Code, doch Steve Ballmer hat's damals verbockt, ihm war es wohl zu unbequem, ein Buisness-System und ein Privates-SpieleWindows zu pflegen, was man wenigstens eine Zeitlang hätte durchziehen müssen.
Es folgte die wiedervereinigung in Windwos 2000, dem schlechtestem aller Windows-Systeme,  
Man machte damals Scherze, die Amerikaner hätten die Russen die damalige Sojus-Raumstation dadurch vom Himmel geholt, weil man die Russen dazu überredet hatte dort Windows 2.000 zu installieren, natürlich ist das ein Scherz, so blöde waren die Russen natürlich nicht ;-)
Mit Windows 7 gab es dann viele Jahre später endlich eine gute Entwicklung, endlich gab es ein Windows das schlanker, schneller und weniger absturzgefährdet war, doch auch hier machte Ballmer wieder einen entscheidenden Fehler, er setzte auf ein Hybrid-System, welches etwa gleichartig auf PC's und Mobile-Devices lief, zwar kam die Kacheloptik gut an, doch das System hat immer noch große Startschwierigkeiten, vor allem im Mobile-Bereich, vor allem wegen der Virenanfälligkeit und mangelden Sicherheit.
Vor allem gab er dafür die gute technische Richtung von Windows 7 wieder auf, der Entwickler wollte diesen, für ihn nicht aussichtsreichen Schwenk nicht mitmachen und ging.
Das Desaster nahm seinen Lauf und jetzt ist im Grunde genommen, die Windows-Mobile-Linie am Ende, wer wird jetzt noch darrauf setzen, welcher Käufer und welcher Entwickler und dies, obwohl die Lumnia-Reihe technisch anerkannt gut ist.
Was passiert jetzt mit der PC-Sparte, die ja trotz ständiger erheblicher Verluste dennoch noch hohe Verkaufszahlen erbringt.
Ich denke Satya Nadalla ist es klar, dass er die Windows 8-10 Linie technisch quasi aufgeben muß, er hat schon damit begonnen,  mit Unix/Linux zu flirten, der gut recherchierte obige Artikel zeigt es.
Er wird mit der ohnehin in den letzten Jahren aus anderen Gründen weiter entwickelten NT-Linie weitermachen, es wird offiziell
als Umstellung/Verbesserung verkauft werden, was es im Grunde genommen auch ist, vielleicht trauen sie sich auch wieder an einen Unix-Mach-Microkernel, wie Apple es bisher als einzigster Massenhersteller geschafft hat, was viele Vorteile bringt hinsichtlich der Einsparung von Ressourcen (RAm+Prozessorpower), damit und mit dem kongenialem Satya Nadalle kann der Dinosaurier vielleicht bestehen, aber datur wird ihm schmerzlich die Phone- und Tablett-Sparte fehlen, denn das Surface reicht hier nur vorübergehend.
Die Windows-Game-Freaks wird es wohl am heftigsten treffen, denn nach der Umstellung, wenn sie denn kommt, werden die Mehrzahl alter Games nicht mehr angepasst werden.
da wird es eine Lücke geben, die man vielleicht mit Crossover-Schiebereien von der XBOX ein wenig ausgleichen kann.
Steve Ballmer hat dem Unternehmen viele Jahre eine Spitzenrendite gesichert, doch die Zukunft verpasst.
Jetzt brauchte es schon einen Titanen, der diesen Sprung zurück in die Vergangenheit und die anschließende Aufholjagdt schafft,
Satya Nadall könnte so ein Titan sein, schauen wir mal, doch auch die PC-Basis wird zumindest in wackeln geraten und wird sich neuerlich behaupten müssen, doch viele Consulter, Cloud-Anbieter sagen sich jetzt, wer brauch noch einen Dinosaurier, einen PC, Tablets mit anständiger Tastatur und leichtem elegantem Schwenkarm können es in Verbindung mit der Cloud oder leistungsfähigen Programm Umgebung auch und das spart Riesenmengen an Energie und Wartung ein, Entwickler wie IBM, SAP u.v.A.m. werfen Monat für Monat mehr Apps auf den Markt die mit den Cloud-Programmen zusammenarbeiten.
Das Büro können Mitarbeiter dann einfach in die Tasche die Attachè-Tasche packen, damit zum Kunden gehen oder zu Hause weiterarbeiten.
Deswegen gibtbes für Nadallas Strategieschwenk sich kompromisslos als Dienstleister-Anbieter für alle Anbieter zu positionieren keine Alternative.

Robert

*** Kein Mensch braucht ein MS-Phone*** . Es scheint so, als ob man aus der Vergangenheit nichts gelernt hätte. MS baut Monople auf und vernichtet Konkurrenten. MS hat Löcher im System, die über Jahre nicht gestopft werden. (und nicht aus Unfähigkeit) MS sammelt genauso Daten wie Google. Nur sitzt Google halt an der besseren Quelle. Das ganze trifft ebenso auf iOS zu. Aber keiner hat die Hersteller unterstützt, die uns davon hätten befreien können. (Jolla, Meego, Ubuntu-Phone ...) Es ist den Leuten egal, ob sie ausgehorcht werden oder nicht. Aber wenn es schon zwei schnüffelnde Hersteller gibt, wieso noch ein Schnüffel-Monopol-Handy von Mircosoft??? Die dümmsten Tiere wählen Ihren Metzger selber.

Jail Break

Vielen Dank für die Rückmeldung. Ist schwierig, wenn man nicht gleich als Fanboy gelten will, aber ich denke, meine Argumente waren gut. Falls du dich für eine Seite zum Thema Windows interessierst, kann ich dir windowsunited.de empfehlen. Da wird sachlich und auch kritisch geschrieben, dennoch immer fair und korrekt.

Alastay

Sehr gut geschriebener Artikel. Mein Lob anbei. Ich nutze ca. einem Jahr das Lumia 930 und ich muss sagen, ich bereue es bis heute nicht. Das Gerät hat meine Erwartungen in allen Punkten übertroffen. Akkuleistung, intuitive Bedienung etc., alles um vieles einfacher als bei Android oder iOs. Ich musste es bis heute nicht einmal neustarten (abgesehen von den 2 Neustarts, als Systemupdates installiert wurden) .. Es läuft auch nach ewiger Zeit der Nutzung genauso flüssig wie am Anfang. Ich bemängele, auch auf anderen Seiten, schon seit langem, das die sogenannten Tests die Geräte, die nur mit WP ausgeliefert werden, meißt gar keine Erwähnung finden.

Gerade habe ich bei t3n einen Test über neue Smartphone-Cameras gelesen, verglichen wurden nur wieder Apple, Samsung, HTC usw. Halt die Riesen auch der Android/iOs-Schiene. Keine Erwähnung vom Lumia 1520 oder 930/940, welche mit absolut besseren Kameras ausgestattet sind (1520 - 40 MPx, Carl-Zeiss-Pure-View, 930 - 20 MPx Carl-Zeiss-Pure View, beide von Werkssoftware her mit Makrofunktion etc) ... geschweige denn von den anderen herausragenden Leistungsmerkmalen ...

Der von die angesprochene Nachteil der fehlenden Apps, nunja, das ist ja weniger die Schuld von Microsoft als die Schuld der App-Anbieter. Die besten Beispiele, die mir hier einfallen, sind einmal AppyGeek, die die Weiterentwicklung der WP-App eingestampft haben, weil angeblich WP ein Nischenprodukt ist und man deswegen keine Ressourcen in die Weiterentwicklung der App steckt und sie auch gleich aus dem WP-Store entfernt hat, und Number26, eine OnlineBank, die damit wirbt, das man alles mit dem Smartphone machen kann, aber WP nicht unterstützt, da WP ein Nischenprodukt ist. Ich fragte dann, das heißt also, sie diskriminieren oder zwingen User eines am Markt frei erhältlichen Smartphones zum Kauf eines völlig überteuerten angebissenen Fallobstes oder zum Kauf eines grünen Männchens, nur damit ich ihr Bankprodukt nutzen kann, darauf kam die Antwort, das es Ihnen wahnsinnig leid tue, das ich nicht zu den Normalusern gehöre ... WTF ???

Hugo Olsen

...sehr treffend geantwortet - ich habe diesen unqualifizierten Hype um Apple sowieso nie verstanden.... übrigens, ich benutze geschäftlich und privat ein Surface Pro 3. Nicht nur ist das Tablet absolut Spitze, auch der automatische Abgleich zwischen WP und 8.1 ist problemlos, Mails, OneNote und OneDrive inklusive.

SebastianG

Erschreckend was für geistige Ergüsse von einem "Teamleiter Technologie" abgesondert werden. Ein weiteres Zeichen dafür, dass Medien wie die Computerwoche, Computer-Bild, Connect längst ausgedient haben.
Einfach mal das originale Interview mit Herrn Nadella in englischer Sprache bei ZDNet lesen und VERSTEHEN lernen.
Aber scheinbar trauern die werten Herren zu sehr der guten alten Nokia- Zeit hinterher. Da war alles so schön einfach und leicht zu verstehen. ;-)
Eine Anmerkung hätte ich noch: Welche Alternative gibt es denn zu iOS oder Android wenn Windows Phone stirbt? Hat man dann die Wahl zwischen teuren Endgeräten von Apple und eher unsicherem Gefrickel von der Daten-Krake? Soll so etwa die zukünftige mobile Welt aussehen? Für mich eine schreckliche Vorstellung.
Zumal die meisten Hersteller die auf Android setzen eh kurz vorm Abnippeln sind.

Torsten Clauß

Ähnliches haben wie schon oft gehört.
Nur sehr selten hat ein Produkt einen solchen Massenexodus an Entwicklerpower überlebt.
Diejenigen die die Universal Apps als Überlebensgarantie sehen, sollten sich das mal näher ansehen.
Produktive Universal Apps sind auf dem Desktop kaum existent und die Parallelentwicklung mit ihren ifdef Wüsten ist ähnlich aufwendig wie die Parallelentwicklung von Software auf Windows/Linux und Mac.
Seinerzeit waren die Entwickler bei NT ja nicht mal bereit den Compiler noch mal anzuwerfen, um ihre Software Alphatauglich zu machen.
Der Kern der wichtigsten Windowsprogramme stammt immer noch aus Prä .Net Zeit.

emaN

Ich hatte von Anfang an Windows Phones - zuerst das HTC HD7, dann das HTC 8x und jetzt das Lumia 930..
Vom
Betriebssystem bin ich trotz anfänglicher Schwächen jetzt vollkommen
überzeugt, also werde ich auf jeden Fall bei Windows 10 Mobile bleiben
(auch wenn in der Dev Preview einige fürchterliche Design-Elemente
eingeführt wurden - Stichwort "runde Profilbilder" ... ich hoffe dass MS

da wieder zurückrudert) ... bei Microsoft/Nokia aber ganz sicher
nicht... von daher stört es mich ganz und gar nicht, dass MS hie
Hardware-Spalte stark reduziert...
HTC hat meiner Meinung nach
einfach die besseren Handys gebaut, und ich hoffe dass mit dem Start von
M10m ein Nachfolger des HTC 8x herauskommt - das war bisher mein
absolut liebstes Smartphone; tolle Haptik, tolle Verarbeitung, tolle
Ausstattung (für damals), sehr leicht, und der Support von HTC ist auch
um Längen besser als der von Nokia.
Also ich freue mich (hoffentlich nicht umsonst) auf das 10x :)

Pat Potts

Wenn ich mich nicht irre, dann wurde keineswegs "das Ende des mobilen Betriebssystems" angekündigt (siehe Windows 10). Und Apple ist sehr erfolgreich (profitabel) mit nur sehr wenigen iPhone Modellen. Insofern hat Herr Bremmer bessere Argumente als Herr Hill.

Jail Break

Sorry, Ihr sprecht vom "Tod von Windows Phone" - was soll der Mist? das entspricht nicht der Realität. Microsoft hat sich nach dem (völlig überteuerten) Kauf der Handy-Sparte von Nokia der Samsung-Strategie angeschlossen und massenhaft Geräte auf den Markt geworfen. Aktuell sind es rund 14 Modelle, alleine hier in DE. In anderen Ländern sind es noch mehr. Der Kunde ist überfordert, das oftmals völlig unterqualifizierte Personal in den Elektronik-Läden sowieso. Und Microsoft hat sich damit selber geschadet. Für den DAU (dümmsten anzunehmenden User) sollten es nicht so viele Geräte, die sich kaum unterscheiden, sein, es sollte eine schlanke Produktepalette sein, bei der man weiss "aha, das kann wenig, das kann vieles und das kann am meisten" - punkt.

Finanziell hat dies für Microsoft ebenfalls Konsequenzen.
Man entwirft, entwickelt und produziert zahlreiche Geräte, die sich kaum
voneinander unterscheiden und weiss nicht, welches aus welchem Grunde
gekauft wird und weshalb. Die Kosten für Entwicklung, Marketing etc. pro
Gerät sind entsprechend sehr hoch und das Resultat eher schwach.

Wer schonmal ein Windows Phone genutzt hat (und nicht gleich 5000 Furz-Apps aus dem Store braucht), der wird damit glücklich. Ich habe bereits 15 Leuten ein Windows Phone gezeigt und sie sind alle begeistert, wollen nichts anderes mehr haben. Wieso? Die Geräte sind sehr effizient, sogar bei 512 MB RAM läuft das System äusserst flüssig. Akkuleistung ist super und das Preis-Leistungsverhältnis sowieso. Ich wollte mir immer ein High-End Gerät kaufen - doch jetzt habe ich das 640 DS LTE und werde ganz sicher nicht mehr wechseln. Das Gerät bietet alles, was ich brauche und das zu einem sensationellen Preis.

Microsoft stampft weder das mobile Betriebssystem (Windows 10 Mobile), das im Übrigen auch für kleine Tablets erscheinen wird, ein, noch die Smartphone-Sparte. Es war nie davon die Rede und dennoch wird es hier von einem "Experten" so interpretiert. Gut, der Tod von Windows Phone wird schon seit dem ersten Tag, an dem das System erschienen ist, vorausgesagt, aber mal abgesehen davon ist es einfach nur eine Frechheit, immer wieder so zu schreiben. Nebenbei. Verteilt auf Europa gesehen hat Windows Phone einen Marktanteil von nahezu 10%, nicht 2-3.

Microsoft macht nun also das, was von diversen Experten bereits vor einem Jahr gefordert wurde. Reduziert das Angebot und bietet nicht mehr als 3 Geräte an (und dann jeweils 2-3 Modelle mit unterschiedlicher Displaygrösse). Kostet viel weniger Geld für Entwicklung, Herstellung und Marketing und reicht für den Konsumenten völlig aus.

Sie sehen den Tod von Windows Phone aufgrund dessen, das Nadella die Mitarbeiter, die man noch von Nokia mitgeschleppt hat, auf die Strasse stellt und man anfängt so zu arbeiten, dass es auch von finanziellem Interesse für den Konzern ist? Was sind Sie eigentlich für ein Experte?

Würde Samsung diese "Erleuchtung" endlich bekommen und nicht mehr gefühlt alle 2 Wochen ein neues (altes) Smartphone auf den Markt werfen, würden sie vermutlich auch keine Verluste in Milliardenhöhe mehr schreiben. Aber nach Ihrer Theorie wäre Samsung dann ja auch tot und abzuschreiben.

Man bedenke auch dass Nokia den Smartphonemarkt zu lange verschlafen hat. Die Marktanteile von iOS und Android sind in einem neuen Marktsegment zustande gekommen, den es vorher gar nicht gab. Entsprechend leicht war es, viele Kunden zu erreichen. Microsoft traf dann auf einen übersättigten Markt und muss nun mühsamst versuchen, Marktanteile zu gewinnen. Ist nicht vergleichbar. Jeder hat 2-3 Smartphones zuhause rumliegen und soll nun davon überzeugt werden, dass das Betriebssystem von Microsoft das Richtige sein soll. Das ist eine Herkulesaufgabe.

Ich könnte jetzt auch noch gross argumentieren, dass iPhones einfach völlig überteuert sind und bei Android Google sämtliche Daten (und Mails) mitliest, damit Werbung besser platziert und verkauft werden kann - aber das sollte den meisten Kunden ja eigentlich klar sein.

Die Medien / Blogs etc. tragen auch ihren Teil dazu bei, dass Microsoft schlecht dasteht. Beispiel? Als das Nokia Lumia 630 rauskam, wurde es vorwiegend auch wegen des "äusserst schwachen Akkus" bemängelt (1830mAh). Als das Iphone 5s rauskam, wurde es besonders wegen des "starken Akkus" gelobt (1560mAh). Dass das Betriebssystem von Microsoft dabei noch deutlich ressourcenschonender arbeitet als iOS, lasse ich mals aussen vor. Das ist doch einfach eine Frechheit und zeigt, wie inkompetent analysiert und recherchiert wird. Anders Beispiel? Microsoft bringt das Lumia 535 raus - ein sehr solides und gutes EINSTEIGER-Gerät. Was machen die Blogs? Sie vergleichen es mit dem iPhone, wo das Gerät nur verlieren kann (iPhone = Mittelklasse, die zu High End-Preisen verkauft wird).

Microsoft steht im Wandel. Mit Windows 10 wird ein System für alle Geräte erscheinen. Apps sind mit sehr wenig Aufwand sowohl für PC und Tablet, als auch für Phones und (später) Xbox verfügbar. Der Entwickler schreibt die App einmal und kann sie dann zu 95% direkt übernehmen und muss nur noch ein paar Anpassungen vornehmen. Damit man bereits geschriebene Android und iOS-Apps nicht nochmals neu schreiben muss, wird ins System ein Android-Subsystem eingebaut, das es den Entwicklern deutlich erleichtern wird, Apps zu schreiben. iOS-Apps lassen sich "compilieren" - also zu einem sehr grossen Teil einfach umwandeln. Sogar Websiten lassen sich nun mit wenig Aufwand in vollwertige Apps Universal-Apps umwandeln. Was will man als Entwickler (bin auch einer) mehr? Windows Phone hat nicht das Ziel Android oder iOS zu stürzen - das Ziel ist es, ein solides System anzubieten. Für Firmenkunden ohnehin sehr interessant. Wenn es dabei noch sehr gut wächst und der Kunde die Vorteile erkennt, ist das durchaus eine sehr grosse Chance für Microsoft.

Unter Ballmer und auch früher hat Microsoft sehr viele Fehler gemacht und es war wirklich teilweise schon fast beschämend, wenn man dabei zugesehen hat. Nadella, Belfiore, Aul und Co. geben dem Unternehmen aber eine nie dagewesene Frische und einen neuen Anstrich. Das Feedback der User wird in einem nie dagewesenen Umfang ausgewertet und miteinbezogen, man arbeitet unermüdlich weiter. Wann war dies in der Vergangenheit der Fall? Feedback an Microsoft? Das wurde, wenn überhaupt, direkt ausgedruckt und geschreddert. Auf Kunden hören? Nie im Leben, die mussten das nehmen, was da kam. Die Konkurrenz konnte nur so wachsen, weil Microsoft sich seiner Sache zu sicher war.

Ich begrüsse das neue Microsoft sehr und freue mich dafür zu entwickeln. Was Ihre ersten Sätze angeht: Wenn Sie denken, dass Sie nun wechseln müssen, weil Microsoft die Strategie überdenkt, radikale Einschnitte vornimmt und effizient arbeiten will, dann sind Sie ohnehin nicht der richtige Kunde.

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