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Ist Siebels CFO Opfer seiner Vergangenheit geworden?

03.02.2000
Gerüchte um Rücktritt von Howard Graham

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Brancheninformationsdienst "Computergram" will erfahren haben, dass Siebel-Finanzchef Howard Graham seinen Hut genommen hat beziehungsweise nehmen musste. Weder der Front-Office-Spezialist noch Grahams Anwälte haben die Meldungen bis jetzt kommentiert oder bestätigt.

Vor seinem Wechsel zu Siebel Systems als CFO (Chief Financial Officer) war Graham in gleicher Position beim Datenbankanbieter Informix angestellt. Dieser geriet wegen betrügerischer Finanzmanipulationen ins Visier der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC). Zwischen 1994 und Mitte 1997 soll Informix durch falsche Buchhaltung seinen Umsatz um 295 und seinen Profit um 244 Millionen Dollar künstlich aufgebläht haben, um den eigenen Aktienkurs hochzutreiben. Graham hatte im Dezember 1996 bei seinem Weggang von Informix überbewertete Anteilscheine im Wert von mehr als 2,6 Millionen Dollar verkauft.

Bei der im vergangenen Monat abgeschlossenen SEC-Untersuchung kam Informix mit einem blauen Auge davon. Die Behörde verzichtete auf eine Bestrafung des Unternehmens, weil sich Informix im Gegenzug verpflichtet hatte, bei künftigen Untersuchungen mit den Ermittlern zu kooperieren.