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Ist Infineons zweiter Börsengang in Gefahr?

09.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sollte Infineons Aktienkurs unter einen bestimmten Wert fallen, will das Münchner Unternehmen seinen für Ende dieser Woche geplanten zweiten Börsengang absagen. Das erklärte der Halbleiterkonzern am vergangenen Freitag, wollte jedoch keine weiteren Angaben zur Schmerzgrenze machen. Die Aktie sank daraufhin kurzfristig auf ihren bisherigen Tiefststand von 25,83 Euro. Ein Infineon-Sprecher äußerte sich jedoch am heutigen Montag zuversichtlich, dass die Kapitalerhöhung, bei der bis zu 60 Millionen neue Namensaktien ausgegeben werden soll, wie geplant am 13. Juli stattfindet.

Dem "Handelsblatt" zufolge wollen große Fonds weniger als 25 Euro je Aktie bezahlen, während Infineon einen Ausgabepreis von 27 Euro anstrebt. Unter Zugrundelegung von 25 Euro würde der Halbleiterhersteller mit seinem zweiten Börsengang statt der anvisierten 1,7 nur 1,5 Milliarden Euro einnehmen. Über die eventuelle Absage des Going Public äußerten sich einige Finanzexperten skeptisch: Bei der augenblicklichen Konjunkturdelle habe Infineon gar keine andere Wahl als einen Börsengang, um seine leeren Kassen zu füllen. "Sie können die Kapitalerhöhung nicht zurückziehen. Der Markt weiß bereits, dass Infineon das Geld braucht, und wird Druck ausüben", erklärte ein Fonds-Manager.

Am heutigen Montagnachmittag wurde das Infineon-Papier bei 25,80 Euro und damit um 3,73 Prozent unter dem amtlichen Schlusskurs vom vergangenen Freitag gehandelt.