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Ist die Telekom an Diax interessiert?

30.10.2000
Telekom-Voicestream-Fusion ist einen Schritt weiter

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Insiderkreisen zufolge ist die Deutsche Telekom an einer Mehrheitsbeteiligung an der Schweizer Telefongesellschaft Diax interessiert. Demnach sei eine Übernahme von Diax viel realistischer als eine Verbindung mit dem ehemaligen Schweizer Monopolisten Swisscom und dessen Mobilfunktochter. "Die Gespräche mit Diax befinden sich in einem recht weit fortgeschrittenen Stadium", hieß es in Branchenkreisen. Das Unternehmen wäre für die Telekom interessant, da die Gesellschaft neben der Swisscom der einzige Anbieter in der Schweiz ist, der sowohl im Festnetz- auch im Mobilfunk-Geschäft aktiv ist. Von Seiten der beiden Unternehmen gab es zu der möglichen Partnerschaft keine Stellungnahme.

Bei der Übernahme des amerikanischen Mobilfunk-Carriers Voicestream hat die Telekom eine weitere wichtige Hürde genommen. Das US-Repräsentantenhaus verzichtete auf die Verabschiedung einer gesetzlichen Vorschrift, die eine Übernahme faktisch unmöglich gemacht hätte. Die gestrichene Klausel war vom demokratischen Senator Ernest Hollings eingebracht worden. Der Zusatz sollte verhindern, dass ausländische Unternehmen, die sich zu mehr als 25 Prozent im Staatsbesitz befinden, US-Telecom-Konzerne kaufen können. Der Staatsanteil bei der Deutschen Telekom beträgt derzeit noch 58 Prozent. Dieser wird sich jedoch durch die Voicestream-Übernahme auf 44 Prozent verringert. Im Rahmen der Diskussion um die US-Regelung hatte die deutsche Regierung klar gemacht, dass sie den Staatsanteil an der Telekom danach noch weiter abbauen will.

Jetzt bedarf die Übernahme noch der Zustimmung durch das Komitee für ausländische Investitionen und der amerikanischen Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission).