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Ision wehrt Insolvenz ab

05.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Hamburger Internet-Dienstleister Ision Internet AG konnte die drohende Insolvenz in letzter Minute abwehren. Wie das Unternehmen mitteilte, hat sich die Muttergesellschaft Energis bereit erklärt, Ision finanziell unter die Arme zu greifen. Über die Höhe des Verschuldungsgrads und das Ausmaß der Finanzspritze wollten die Hamburger keine Auskunft geben. Ein Unternehmenssprecher erklärte jedoch, die Gelder würden ausreichen, um die Geschäfte weiterzuführen, die Gehälter der Mitarbeiter seien für die nächsten Monate gesichert.

Vor einer Woche hatte das Unternehmen adhoc bekannt gegeben, dass eine "rechtliche Überschuldung der Gesellschaft vorliege": Sollten die Bemühungen um eine Finanzierung erfolglos bleiben, dann müsse bis spätestens zum 3. April die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt werden, hiess es damals (Computerwoche online berichtete). Trotz der Abwendung einer Insolvenz will Ision in jedem Fall an dem geplanten Restrukturierungsprogramm festhalten. Am 5. März 2002 hatte das Unternehmen im Zusammenhang mit einem Vorstandswechsel angekündigt, es werde sich von zirka 36 Prozent der Mitarbeiter trennen. Kleinere Niederlassungen sollten veräußert oder geschlossen werden. Zu den Kunden von Ision zählen unter anderem Tschibo, die Landesbank Schleswig-Holstein und "Spiegel Online". (mb)