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IPTV: Siemens greift Microsoft an

14.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Siemens AG schickt sich an, Microsoft im aufkommenden Markt für auf IP basierendes Fernsehen Konkurrenz zu machen. Die Münchner profitieren dabei von der Akquisition des Softwareanbieters für Home-Entertainment-Lösungen Myrio im April (computerwoche.de berichtete) und Problemen von Microsoft in einem derzeit laufenden Pilotprojekt mit der Swisscom. Der schweizerische Netzbetreiber musste kürzlich den Start seines IP-gestützten Fernsehdienstes wegen technischer Probleme bis auf weiteres verschieben. Für Probleme sollen dabei auch die Microsoft-Komponenten sorgen. Der Softwarekonzern bietet als derzeit einziger Anbieter im One-Stop-Shopping alle erforderlichen Applikationen an. Dazu zählt zum Beispiel Software für das Broadcasting unterschiedlicher Fernsehprogramme, das Management von Inhalten und Kunden, das Billing sowie für die Settop-Boxen in den Haushalten. Außerdem kooperiert der US-Konzern mit dem Hardware- und Netzspezialisten Alcatel.

Durch den Kauf von Myrio hat Siemens gegenüber Microsoft jedoch Boden gutgemacht. Die Münchner verfügen nun bis auf Content-steuernde Software über alle erforderlichen Anwendungen. Außerdem besitzen sie selbst die erforderliche Netztechnik. Marktbeobachter räumen Siemens daher gute Chancen ein, Microsoft vor allem in Europa und Asien künftig IPTV-Projekte streitig zu machen und sich einen großen Anteil in dem gerade erst entstehenden Geschäft zu sichern. (pg)