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IPTV: Joost 1.0 Beta uneingeschränkt verfügbar

02.10.2007
Von pte pte
Das Internet-Fernsehprojekt Joost ist in einer überarbeiteten Beta-Version erschienen. Unter anderem wurde das GUI verbessert.

Die Software in der Version "Joost 1.0 Beta" läuft sowohl unter Windows XP als auch unter MacOS X. Die auffälligsten Veränderungen betreffen die Bedienoberfläche, zudem wartet der Client nun mit einer Anzeige für neu verfügbare Videos auf. Dem User stehen derzeit rund 250 TV-Kanäle als Stream zur Verfügung. Mit der aktuellen Programmversion geht Joost zudem an die breite Öffentlichkeit, Beta-Test-Einladungen sind künftig nicht mehr notwendig. Die Applikation kann über die Joost-Webseite herunter geladen werden, die Registrierung erfolgt direkt im Client.

Die TV-Plattform Joost ist eine Entwicklung von Niklas Zennström (der gestern von eBay als Chef von Skype entlassen wurde) und Janus Friis. Die beiden Skandinavier zeichneten bereits für die Entwicklung von Skype und KaZaA verantwortlich. Wie ihre ersten beiden Produkte setzt auch die Joost-Software auf die Verwendung von Peer-To-Peer-Technologie, um die riesigen Datenmengen zu bewältigen, die bei IPTV anfallen. Im Dezember des Vorjahres startete Joost mit einer geschlossenen Betaphase und zog dabei laut eigenen Angaben bereits 1,5 Millionen User an. Künftig werde die Nutzerzahl drastisch steigen, erwarten die Macher.

Finanziert wird das Projekt ähnlich wie auch herkömmliches Fernsehen durch Werbung, die in unterschiedlicher Form in den Service eingebunden wird. Werbeclips sieht der User beispielsweise am Anfang jedoch auch während einer Sendung. An den so erzielten Einnahmen werden die Content-Anbieter beteiligt. Im Gegensatz zu anderen Web-Anbietern von TV-Content sendet Joost keine Live-Inhalte, sondern bietet vorbereiteten Content über thematisch gegliederte Kanäle an. Die Sendungen stammen sowohl von kleineren Produzenten als auch von Medienunternehmen wie Paramount, CBS oder Viacom. Nicht alle Inhalte sind jedoch in jedem Land abrufbar. Joost sperrt aus urheberrechtlichen Gründen einige der Videos für einen Abruf außerhalb der USA.

Ebenfalls in die Software integrieren wollen die Entwickler eine Jugendschutzfunktion. So sollen Inhalte je nach ihrer Eignung für eine bestimmte Altersgruppe gekennzeichnet sein. Ein entsprechender Hinweis erscheint derzeit vor dem Abspielen der Sendung. Ein paar Klicks später ist das Warnfenster jedoch verschwunden und der Inhalt kann angesehen werden. Eine funktionierende Alterskontrolle fehlt also noch. Joost-User sollten sich in jedem Fall einen leistungsstarken Computer zulegen und sich einen Breitband-Internetzugang mit großzügigem Datenvolumen besorgen. Zwar verwendet Joost das komprimierte H.264-Videoformat, um die Datenmenge möglichst klein zu halten. Dennoch fallen pro Stunde etwa 400 Megabyte an Daten an. (pte)