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IPTV: Britische Regierung macht Druck auf BBC

10.09.2007
Von pte pte
Die Tatsache, dass der IPTV-Dienst "iPlayer" der BBC nur unter Windows XP sowie dem Windows Media Player funktioniert, sorgt seit dem Start des Services für heftige Proteste. Insgesamt 16.000 Menschen beteiligten sich an einer Petition mit dem Ziel, den TV-Anbieter zu einer Ausweitung des Dienstes auf andere Betriebssysteme zu bewegen. Die Bemühungen waren nicht vergeblich, denn nun schloss sich der einflussreiche BBC-Trust, eine Art staatlicher Aufsichtsrat, dem Protest der Nutzer an.

Am 27. Juli ging der iPlayer online, bis heute funktionert das Angebot jedoch ausschließlich auf Rechnern mit dem Betriebssystem Windows XP. Der Dienst erlaubt es Nutzern etwa 70 Prozent des TV-Programmes der BBC auch im Internet zu verfolgen und Fernsehinhalte der vorangegangenen sieben Tage auf ihre Computer zu laden. Die Sendungen können 30 Tage lang beliebig oft angesehen werden. Nach dieser Zeit verhindert eine implementierte DRM-Technologie den weiteren Zugriff.

"Sobald wie möglich" solle das Angebot nun auch auf andere Betriebssysteme ausgeweitet werden, lautet das Urteil des BBC-Trust. Die weitere Entwicklung werde beobachtet und die Fortschritte halbjährlich beurteilt. Die BBC reagierte mit der Ankündigung den iPlayer noch im Herbst Mac-tauglich zu machen und anschließend für Windows Vista und mobile Geräte zu adaptieren. Die Kritik seitens des Open Source Consortium (OSC) dürfte auch nach diesen Maßnahmen nicht verstummen. Die Organisation verlangt eine Ausweitung des Dienstes auf Open-Source-Betriebssysteme wie Linux.

Der Start des iPlayers sorgte ebenfalls für Protest der britischen Internet-Service-Provider (ISP). Durch das große Potenzial des frei zugänglichen Angebots könnten ihre Netzwerke zu sehr belastet werden - die BBC solle sich an den Kosten beteiligen. Andernsfalls würden die Provider den Zugang zum iPlayer limitieren. Mittlerweile soll es Gespräche zwischen den Parteien und bald einen gemeinsamen Lösungsvorschlag geben. (pte)