Apple Smartphone im Unternehmen

iPhone-Konfiguration mit Mängeln

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Ist das Apple iPhone fit für den Business-Einsatz? Darüber streiten Experten trefflich. Wir bringen Licht ins Dunkel und nennen die Fakten jenseits der Glaubenskriege.

Mit dem iPhone 3G veröffentlichte Apple die Firmware iPhone 2.0, die auch für ältere Modelle geeignet ist. Die Software soll das Trend-Handy endgültig für den harten Firmeneinsatz fit machen. Entsprechend philosophierten Analysten metaphysisch darüber, ob das iPhone nun dem bisherigen Manager-Spielzeug Blackberry den Rang ablaufen kann. Über die Tools und Prozesse, mit denen Apple Systemadministratoren die Bereitstellung und Verwaltung der Geräte im Business-Umfeld erleichtern will, wurde dagegen wenig gesagt. Ryan Faas hat sich für die US-Schwesterpublikation "Computerworld" in einem ersten Schritt mit den Möglichkeiten der Aktivierung, Konfiguration und dem Deployment befasst.

Aktivierung und iTunes

Wer das iPhone privat oder im Unternehmen nutzen will, kommt um die Aktivierung via iTunes nicht herum. Im Enterprise-Umfeld stehen dazu zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Zum einen ist das die Aktivierung über die IT-Abteilung, die Geräte mit einer begrenzten Anzahl von Computern und iTunes zentral freischaltet und an die Anwender verteilt. Die andere Möglichkeit wäre die Aktivierung durch die Nutzer selbst, die Zugang zu iTunes erhalten, um ihr iPhone zu aktivieren (mit Unterstützung) und zu synchronisieren.

Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile: Mitarbeitern den Zugriff auf iTunes zu erlauben, ist im Geschäftsumfeld etwas fragwürdig. Selbst wenn sie damit nur eine Musiksammlung aufbauen und mit ihrem Firmen-iPhone synchronisieren wollen, könnte iTunes dennoch für Updates oder die Wiederherstellung des Geräts genutzt werden - ohne dass die IT-Abteilung ihren Segen dazu gegeben oder neue Updates getestet hat. Auf der anderen Seite erstellt iTunes während jeder Synchronisierung auf der Festplatte des Host-Rechners ein Backup der iPhone-Inhalte, einschließlich aller Einstellungen. Dies ist hilfreich für den Fall, dass das Gerät Probleme bereitet, verloren oder gar gestohlen wird. Gleichzeitig bietet es eine bequeme Möglichkeit, Mail-Accounts, Kalender und Kontakte in einer Umgebung ohne Microsoft Exchange zu synchronisieren - plus Bookmarks für den Browser.

Kindersicherung schränkt iTunes ein

In überwiegenden Mac-Umgebungen ermöglicht Apples Managed Preferences Architecture die Begrenzung auf individuelle iTunes-Features (bekannt als "Kindersicherung"). Anleitungen hierzu finden Sie in einem Support-Artikel von Apple. Im Windows-Umfeld gibt es ähnliche Optionen durch das Editieren geeigneter Registry-Keys. Sollte sich Ihr Unternehmen für die Aktivierung und Synchronisierung durch den iPhone-Nutzer entscheiden, ist dies die bessere Alternative zum freien iTunes-Zugang. Eine Begrenzung der iTunes-Funktionen auf den reinen Datenabgleich mit dem iPhone ist jedoch nicht möglich.

Viele Unternehmen werden die zentrale iPhone-Aktivierung befürworten, insbesondere in einer Exchange-Umgebung, wo E-Mail- und Kalenderdaten direkt über den Exchange Server synchronisiert werden und nicht über den Computer. Mit diesem Schritt wird mehr Kontrolle über die auf dem iPhone befindlichen Daten ermöglicht, gleichzeitig muss iTunes nicht auf jedem Arbeitsplatz installiert werden, und die IT-Abteilung positioniert sich als Kontakt für alle iPhone-spezifischen Angelegenheiten. Positiver Nebeneffekt: Das Unternehmen kann Nutzer daran hindern, für ihr Gerät eine Apple-ID und einen Account für den iTunes-Store anzulegen - was Einkäufe, etwa im App Store, erschwert.