VPN-Workshop

iPhone/iPad-Praxis: VPN mit iOS 8 richtig einrichten und nutzen

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt. Das Blog von Thomas Joos finden Sie unter thomasjoos.wordpress.com.
Mit iPhone und iPad lässt sich wie mit PC-Clients ein sicherer Zugriff aufs Unternehmensnetzwerk via VPN realisieren. Die iOS-8-Geräte unterstützten verschiedene Protokolle. Der folgende Beitrag erläutert eingehend die Konfiguration und die unterschiedlichen Lösungen.

Bei der Anbindung an ein VPN verhält sich das iPhone/iPad wie ein üblicher PC. Das heißt, Unternehmen benötigen einen ganz normalen VPN-Zugang. Das kann ein VPN-Router oder ein Windows-Server sein. Die Anbindung erfolgt über interne Einstellungen auf dem iPhone/iPad. Von Herstellern wie Juniper oder Cisco stehen im App-Store Apps zur Anbindung bereit, die die Konfiguration und den Start des VPNs vereinfachen und den Datenverkehr steuern.

VPN-Protokolle für das iPhone/iPad - Cisco und Co.

Das iPhone/iPad unterstützt als Protokolle L2TP/IPSec, PPTP und Cisco IPSec. Das bedeutet, Sie können jeden VPN-Server einsetzen, der diese Protokolle verwendet. Die Benutzerauthentifizierung können Sie über MS-ChapV2, RSA SecurID mit CryptoCard oder über einen symmetrischen Schlüssel (Shared Secret) konfigurieren.

Point-to-Point-Tunnel-Protocol (PPTP)-basierter VPN-Datenverkehr besteht aus einer TCP-Verbindung zum TCP-Port 1723 auf dem VPN-Server, um den Tunnel zu verwalten, und aus GRE (Generic Routing Encapsulation)-gekapselten Paketen für die VPN-Daten. PPTP-Datenverkehr kann jedoch Probleme mit Firewalls, NATs und Webproxys haben. Um Probleme zu vermeiden, müssen Firewalls so konfiguriert sein, dass sie sowohl die TCP-Verbindung als auch GRE-gekapselte Daten ermöglichen.

PPTP erlaubt die verschlüsselte Einkapselung von verschiedenen Netzwerkprotokollen. Nachdem die Authentifizierung durchgeführt ist, verschlüsselt ein PPTP-VPN die Verbindung. Die Verschlüsselung baut auf dem Kennwort der Authentifizierung auf. Je komplexer das Kennwort ist, umso besser ist die Verschlüsselung. Da die Verschlüsselung und der Transport der einzelnen IP-Pakete durch das GRE-Protokoll durchgeführt werden, müssen Sie darauf achten, dass die Hardware-Firewall beziehungsweise der DSL-Router, den Sie verwenden, dieses Protokoll beherrscht.

Wer eine aktuelle FritzBox einsetzt, kann auch diese als VPN-Server konfigurieren, der mit iPhone/iPads funktioniert. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Website von AVM.

VPN per L2TP

Die zweite Variante, ein VPN aufzubauen, ist das Layer 2 Tunnel Protocol (L2TP). Dieses Protokoll ist sicherer als PPTP, aber dafür komplexer in der Einrichtung. L2TP verwendet IPSec, um eine Verschlüsselung aufzubauen. Beim Aufbau eines VPN mit L2TP wird der Datenverkehr, im Gegensatz zu PPTP, bereits vor der Authentifizierung zuverlässig verschlüsselt.

Da L2TP zur Verschlüsselung des Datenverkehrs IPSec verwendet, können Sie mit diesem VPN-Typ auch eine 3DES-Verschlüsselung durchführen. Der Einsatz eines VPN auf Basis von L2TP setzt eine Zertifizierungsstelleninfrastruktur voraus. Sie können auch Juniper Junos Pulse und Cisco AnyConnect einsetzen.

Für diese Methoden stehen im App-Store entsprechende Apps zur Verfügung, mit denen Sie die Einrichtung durchführen. Dies fällt auch dem wenig geübten Anwender leicht, wenn die entsprechenden Verbindungsdaten des VPN zur Verfügung stehen.