Foxconn

iPhone-Fertiger will Produktion komplett automatisieren

Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Foxconn will seine Produktionsanlagen vollständig automatisieren. Roboter sollen nahezu alle Menschen ersetzen.

Der designierte US-Präsident Donald Trump will, dass Apple und andere IT-Konzerne ihre Produktion aus Asien in die USA zurückholen. Doch diesem Wunsch stehen aus Sicht der Hersteller vor allem die höheren Lohnkosten in den US entgegen. Einige Zulieferer von Apple haben bereits signalisiert, dass sie Apple nicht folgen würden, wenn die Kalifornier ihre Produktion in die USA verlagern.

Apples wichtigster Produzent, nämlich das taiwanische Unternehmen Foxconn, plant allerdings etwas anders: Roboter statt Menschenhand. Wie der taiwanische IT-Nachrichtendienst Digitimes berichtet,arbeitet Foxconn bereits intensiv daran die bisher überwiegend in Menschenhand liegende Fertigung großenteils mit Hilfe von Robotern zu automatisieren. Dafür habe Foxconn einen 3-Stufen-Plan entwickelt. Die letzte Stufe wäre eine annähernd vollständig automatisierte Produktion, wie Digitimes von einem für die Automatisierung verantwortlichen Foxconn-Manager erfahren haben will.

Wird Apples iPhone zukünftig vollkommen automatisiert hergestellt?
Wird Apples iPhone zukünftig vollkommen automatisiert hergestellt?
Foto: Apple

In der erste Stufe will Foxconn solche Arbeiten durch Maschinen übernehmen lassen, die gefährlich sind oder die die Menschen ungern selbst erledigen. Dabei würde es sich also um einzelne Workstations handeln, die automatisierte Prozesse durchführen.
In der zweiten Stufe will Foxconn komplette Produktionslinien automatisieren. Die dritte Ausbau-Stufe schließlich würde ganze Fabriken vollständig automatisiert sehen. Nur noch wenige Menschen wären dann nötig, um die Abläufe zu überwachen, Qualitätskontrollen vorzunehmen und gegebenenfalls bei Störungen einzugreifen.

In den drei Foxconn-Fabriken in Westchina (Chengdu) und Südchina (Shenzhen) und Nordchina (Zhengzhou) würde Foxconn bereits daran arbeiten, die Stufen 2 und 3 umzusetzen. Zehn Produktionsbänder sollen bei Foxconn bereits vollautomatisiert sein, unter anderem werden darauf All-in-One-PCs und Monitore gefertigt.

Foxconn hat dafür über 40.000 Foxbots (Industrie-Roboter) entwickelt. 10.000 dieser vollautomatisierten Industrie-Roboter kann Foxconn pro Jahr herstellen.

Chinas Regierung dürfte von dieser Entwicklung wenig begeistert sein. Denn sie hat Foxconn und anderen Produzenten in der Vergangenheit großzügig geholfen, damit diese Arbeitsplätze schaffen. Allein Foxconn hat 2015 1,2 Millionen Menschen beschäftigt, davon über eine Million in China. Werden diese nun überflüssig, so hat China ein Riesenproblem. (Macwelt)