"Schwachstelle" Display

iPad mini - ein erster Eindruck

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Wir haben uns das neue iPad mini ein wenig näher angeschaut und sind sehr angetan. Allerdings gibt es auch ein kleines Problem…
Auch das iPad mini überzeugt mit der Apple-typischen hochwertigen Verarbeitung.
Auch das iPad mini überzeugt mit der Apple-typischen hochwertigen Verarbeitung.
Foto: Thomas Cloer (CC BY-NC-SA 2.0)

Am Montagnachmittag haben wir von Apple eine Teststellung des iPad mini abgeholt und das neue kleine Tablet dann gestern im Büro ausgepackt und in Betrieb genommen. Es handelt sich um das Wi-Fi-Modell mit 64 Gigabyte Speicher; die Varianten mit Mobilfunk und GPS an Bord sind derzeit noch nicht verfügbar. Die Größe gefällt uns sehr gut, man kann das Gerät problemlos in einer Hand halten (und braucht dazu keine extra großen Hände).

Wie eigentlich immer bei Apple überzeugt auch die Fertigungsqualität rundum: Obwohl das iPad mini angenehm leicht ist, fühlt es sich wertig an und sieht auch so aus. Das fällt vor allem im Vergleich mit Nexus 7 und Kindle Fire auf, die außerdem deutlich dicker geraten sind. Der bei unserem iPad-mini-Testgerät schwarze Aluminiumrücken ist besonders schön, genauso wie beim iPhone 5. Das installierte iOS 6.0.1 läuft auf dem A5-Prozessor flüssig und rund. Ein wirklich nettes kleineres iPad halt, das nicht zuletzt alle kleinen und großen Mädchen lieben werden.

Leider hat das iPad mini kein Retina-Display. Das ist so lange egal, wie man noch kein Retina-Display kennt und liebgewonnen hat. Wir haben uns aber mit dem "neuen" großen iPad und dem iPhone 5 schon daran gewöhnt. Weswegen uns die Darstellung auf dem iPad mini leider als unscharf und pixelig erscheint. Da hat Apple leider selbst die Latte verdammt hoch gelegt. Die Pixeldichte beim iPad mini beträgt laut "Ars Technica" übrigens 163 Pixel pro Zoll - das Retina-iPad erreicht 264 ppi und das iPhone 5 gar 326 ppi. Einem schnellen Test der Experten von "DisplayMate" zufolge haben übrigens sowohl das Nexus 7 als auch der Kindle Fire bessere Bildschirme als das iPad mini.

Der Grund dafür, dass Apple im iPad mini kein Retina-Display eingebaut hat, ist indes einleuchtend: Sofort zum Verkaufsstart stehen 275.000 an die Auflösung der ersten beiden iPad-Generationen angepasste Apps - "retinized" sind noch längst nicht so viele - im iTunes Store zur Verfügung. Die 2048 x 1536 Bildpunkte des großen Retina-Bruders in das deutlich kleinere Display des mini zu pressen, wäre sinnlos gewesen und vermutlich technisch auch gar nicht machbar. Eine Auflösung zwischen iPad 2 (1024 x 768 Pixel) und 10-Zoll-Retina hätte aber dazu geführt, dass die Entwickler so ziemlich jede App daran aufwendig hätten anpassen müssen. Das hätte Zeit gekostet und Unmut erzeugt.

Angesichts dessen ist fraglich, ob Apple in absehbarer Zukunft noch ein iPad mini mit Retina-Display nachschieben wird. Wir könnten leider im Zusammenspiel mit der übrigen hochauflösenden Apple-Hardware nur ein solches dauerhaft rundum gelungen finden. Klar ist aber, dass das iPad mini vielen Menschen natürlich trotzdem gefallen und auch vollkommen ausreichen wird. All diesen wollen wir das Gerät auch wirklich nicht madig machen.

Eine Kleinigkeit ist uns noch aufgefallen: Wenn man ein Smart Cover benutzt, schaltet sich das mini damit sehr viel schneller ein und aus als sein großer Bruder. Dafür reicht schon ein Verschieben oder Verrutschen des Covers in der Tasche, ohne es vom Bildschirm abzuheben. Was daran liegen dürfte, dass der Rand um das Display herum an den Längsseiten sehr viel schmaler ist.

Hinweis: Dieser Beitrag basiert im Wesentlichen auf einem privaten Blogpost des Autors.