Teil 8: Die Apple Watch im Unternehmenseinsatz

iOS 9 - Wichtige Neuigkeiten für Unternehmen

Mark Zimmermann weist mehrere Jahre Erfahrung in den Bereichen Mobile Sicherheit, Mobile Lösungserstellung, Digitalisierung und Wearables auf. Er versteht es diese Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln für unternehmensspezifische Herausforderungen darzustellen. Hierzu ist er auf nationale Vorträgen und als freier Autor für Fachpublikationen tätig.
Es darf erwartet werden, dass mit iOS9 auch WatchOS 2.0 erscheinen wird. Hatte ich bisher Neuigkeiten von iOS9 im speziellen aufgeführt, möchte ich nun auf die Potentialen des “kleinen Bruders” im Zusammenspiel mit iOS9 eingehen.

Bis vor kurzem war noch nicht wirklich klar, ob die Apple Watch ein täglich produktiv nutzbares Werkzeug oder nur ein "teures" Spielzeug ist. Mit WatchOS 2.0, das mit iOS9 zusammen bald final ausgeliefert wird, entwickelt sich dieses Wearable Endgerät jedoch zu einer Technologie mit hohem Potenzial für Unternehmen.

Angeblich hat Apple rund 40 Millionen US-Dollar aufgebracht, um die Uhr vor und während der Markteinführung durch zahlreiche hochkarätige Persönlichkeiten aus der Modeindustrie, den bekanntesten IT-Fachautoren und -bloggern zu fördern. Diese hohe Summe hatte der Uhr den Ruf als Mode- beziehungsweise Sportartikel eingebracht.

Ich habe die Uhr am ersten Tag in den Händen gehalten und mit der Keynote auf der WWDC 2015 die ersten Szenarien skizziert, wie die Uhr mich in meinem täglichen Leben noch produktiver macht. Sicherlich bringt die Uhr einige Menschengruppen dazu, sich mehr zu bewegen - so auch mich. Das wahre Potenzial steckt jedoch viel tiefer.

Starke Verbreitung der Uhr

Damit die Uhr einen Mehrwert in Unternehmen bringt, darf es kein seltenes "Spielzeug" mehr sein. Die Exklusivität und die Emotionen der "Erstkäufer" sind verflogen. Auch wenn Apple in seiner letzten Bilanzkonferenz keine direkten Zahlen ausgewiesen hat, lohnt sich ein Blick in die Details. Die Uhr wurde von Apple in der Kategorie "Others" aufgeführt. In dieser Kategorie sind ebenfalls die Umsätzen aus den Beats Produkten, iPods, AirPorts und dem Apple TV enthalten. Im letzten Quartal trug diese Kategorie einen Beitrag 1.68 Milliarden US-Dollar zum Umsatz von Apple bei. Seit dem die Apple Watch nun enthalten ist springt dieser um 952 Millionen US-Dollar nach oben. Dabei ist natürlich zu beachten, dass Apple TVs und iPods stark rückläufig sind. Der Umsatzsprung könnte demnach für die Uhr höher ausfallen. Mit somit über 952 Millionen US-Dollar im ersten Quartal stellt die Uhr ein neues Milliardengeschäft für Apple dar.

App Unterstützung mit Einschränkungen

Seit der ersten Stunde unterstützt die Apple Watch eigene Apps. Dies ist jedoch, ehrlich gesagt, eine hochtragende und stark übertreibende Beschreibung für das tatsächlich technisch Mögliche. WatchOS 1.x unterstützt lediglich die Anzeige auf der Uhr. Die Verarbeitungslogik, die Kommunikationslogik und die Datenhaltung erfolgen auf einem verpflichtenden iPhone. Dies sorgte oft für hohe Latenzen, Abbrüche in der Verbindung und Ähnliches.

Die Apple-Watch verbindet sich per Bluetooth mit einem Auto.
Die Apple-Watch verbindet sich per Bluetooth mit einem Auto.
Foto: Christian Vilsbeck

Trotzdem hat bereits diese Version der Uhr einige Eigenschaften, die ich nicht mehr vermissen möchte. So hat sich diese zu einem perfekten Begleiter für kurze Interaktionen wie Instant Messenger, eMail, Kalender, Anrufe und so weiter entwickelt. Das Stellen eines Timers, die Erinnerung an Themen zu Zeiten oder an Orten, das Interagieren auf Wegezeiten per Siri sind nur einige Beispiele der täglich nutzbaren Funktionen. Diese haben mich über viele anfängliche Herausforderungen der ersten Generation hinwegsehen lassen.

WatchOS 2.0, die eigentliche Apple Watch

Obwohl ich persönlich die Apple Watch bereits mit WatchOS 1.x zu schätzen gelernt habe, lässt mich WatchOS 2.0 ein viel größeres Potential entdecken.

So erlaubt WatchOS 2.0 native Apps, die direkt auf der Apple Watch und ohne iPhone ausgeführt werden können. Dies sorgt für eine deutlich geringere Latenzen und verbessert die Stabilität. Damit die Apple Watch auch ohne die Verbindung zum iPhone über das Internet kommunizieren kann, gibt Apple die Möglichkeit der WLAN Nutzung, direkt durch die Uhr, frei.

Native Apps bieten nun auch bessere Interaktionsmöglichkeiten. Diese können so beispielsweise auf die Digitale Krone (zur Selektionen von Werten in Listen), auf Sensoren (Herzfrequenz, Beschleunigungssensor) sowie auf Multi Media Funktionen (Audio/Video Playback, Lautsprecher, Mikrofon) zugreifen. Die Daten der Sensoren können auch noch dann gesammelt werden, wenn die App nicht aktiv ist. Hierzu stellt Watch OS2.0 diese Daten beim nächsten Start der App zur Verfügung. Auch der Zugriff auf die Taptic Engine (Vibrationsmuster zur Information / Interaktion) ist möglich. Compilations, kleine Informationen, können nun ebenfalls für die Ziffernblätter erstellt werden.

Auch sonst hat Apple viele aus dem iOS Umfeld bekannten Funktionen für die Entwickler im WatchOS 2.0 Umfeld geplant: URL Schemes ermöglichen es Apps nun System-Apps zu öffnen um so beispielsweise die Telefon-App direkt zu starten. Die Sicherung sensibler Informationen wird über ein eigenes Security Framework ermöglicht.

Inhalt dieses Artikels

 

Matthias Wilhelm

Vielen Dank für den interessanten Artikel! Ich habe mich als Steuerberater
bereits vor der Veröffentlichung der Apple Watch intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, inwieweit die Apple Watch betrieblich genutzt werden kann und somit die Ausgaben für die Uhr auch für steuerliche Zwecke als Betriebsausgaben oder Werbungskosten anerkannt werden können (siehe hier: https://www.steuerberater-wilh... ).
Ihr Beitrag lässt mich noch mehr zu dem Entschluss kommen, dass diese
Fragestellung in sehr vielen Fällen wohl zu bejahen sein wird.

Mark Zimmermann

Die Allianz zwischen Apple und IBM wirkt sich auch auf die Hardware aus, die IBM selbst für die Mitarbeiter vorsieht. Nun will IBM pro Jahr zwischen 150.000 und 200.000 Macs kaufen und die bisher verwendeten Lenovo-Geräte ersetzen. Es wird geplant, dass zwischen 50 % bis 75 % aller 380.000 IBM-Mitarbeiter -Mac-Switchern- sein werden.

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