Teil 7: Vergleich zu Android M

iOS 9 - Wichtige Neuigkeiten für Unternehmen

Mark Zimmermann weist mehrere Jahre Erfahrung in den Bereichen Mobile Sicherheit, Mobile Lösungserstellung, Digitalisierung und Wearables auf. Er versteht es diese Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln für unternehmensspezifische Herausforderungen darzustellen. Hierzu ist er auf nationale Vorträgen und als freier Autor für Fachpublikationen tätig.
Dieser Artikel gibt eine persönliche Übersicht des Autors, welche Hauptunterschiede er vor allem im Unternehmensumfeld zwischen iOS9 und Android M sieht.

Apple hält ca. 20 Prozent Marktanteil im SmartPhone Umfeld und fährt 92% alle Gewinne in diesem Umfeld für sich ein. Der Marktanteil macht jedoch deutlich, dass iOS sowohl im Consumer als auch im Unternehmensumfeld nicht alleine ist.

Apples Herangehensweise an Firmenkunden war schon immer mit Fokus auf Company-Owned-Geräten. Die Plattformstärken im Umfeld Sicherheit, Verschlüsselung und MDM-Funktionen half Apple dabei im Unternehmensumfeld Fuß zu fassen. So setzen laut Apple heute 98 Prozent der Fortune-500-Unternehmen iOS-Geräte ein.

Der Fokus des iOS 9 Updates liegt, gerade wenn Sie Teil 5 dieser Artikelserie sichten, auf der Verbesserung und Erweiterung bereits vorhandener Feature, wie zum Beispiel der VPP-Internationalisierung, dem nachträglichen Hinzufügen von Apps in die Containerverwaltung oder der Öffnung der "Build In" VPN Clients für die "Per App VPN"-Kommunikation.

Viele mobile Arbeiter legen Wert darauf, auch private Daten auf ihrem Device speichern zu können.
Viele mobile Arbeiter legen Wert darauf, auch private Daten auf ihrem Device speichern zu können.
Foto: nenetus - Fotolia.com

Google dagegen schwächelte schon von Anfang an im Company-Owned Umfeld. Die gebotenen MDM-Möglichkeiten sind stark eingeschränkt, im Vergleich zu iOS. Daher war es nicht verwunderlich, dass Samsung mit der SAFE-Funktion beziehungsweise mit Knox den Company-Owned Markt für sich erschließen will.

Aufgrund des geringen Kaufpreises der Geräte hat Android zumindest in den Diskussionen einen starken Fuß in der Tür. Diese Diskussion ist immer gerne geführt aber inhaltlich nicht vollständig betrachtet. Die geringeren Anschaffungskosten, welche im übrigen netto, abzüglich Rabatt über drei Jahre abgeschrieben werden, reichen für eine TCO-Betrachtung nicht aus. Auch Themen wie RollOut, Betrieb, Schulung, Support, Verlässlichkeit oder Zusatzleistungen müssen Bedarfs- und Anforderungsgerecht einfließen.

Durch die Integration des Samsung-Services Knox versucht Google seit Android L auch wichtige Features für einen professionellen Geschäftseinsatz anzubieten und brachte "Android for Work" hervor. Hier bereitgestellte Enterprise APIs erlauben dabei die Separierung von geschäftlichen und privaten Daten, das Erzwingen von IT Policies, sowie die Ferninstallation von Anwendungen.

Anwender können somit, vereinfacht ausgedrückt, auf ihren eigenen privaten Geräten einen Arbeitsbereich unter Kontrolle des Unternehmens-Administrators, für Arbeitsinhalte, erlauben. Die Kontrollmöglichkeiten des Administrators erstrecken sich dabei nur über die Arbeitsinhalte, ohne das private Inhalte betroffen sind. Natürlich ist auch der umgekehrte Fall, also die Freigabe zur privaten Nutzung eines dienstlichen Gerätes, möglich.

Was ist neu an Android M?

Mit Android M fügt Google nun einige Funktionen dem Android Ökosystem hinzu. Diese stellen nach meinem Verständnis jedoch nur einen Versuch dar, innerhalb des Company-Owned Umfeld mit Features Fuß zu fassen. So bietet auch Google jetzt unter anderem eine stille Installation von Apps/Profilen oder die Möglichkeit der Verwaltung von App-Berechtigungen.

So manche Apps können an Zugriffsberechtigungen gar nicht genug bekommen. Anders als Blackberry, iOS und Windows Phone bot Android bisher keine Möglichkeit, einzelne Berechtigungen einer App nach der Installation einer App zu modifizieren beziehungsweise einzeln freizugeben. Berechtigungen wurden gesamthaft präsentiert, freigegeben und/oder abgelehnt.

Der mangelhafte Datenschutz von Android, unter anderem wegen dieses Vorgehens, rief historisch vielfach Kritik hervor. Mit Android M bekommen Anwender nun die Möglichkeit, bestimmte App-Berechtigungen dedizierter zu kontrollieren. Nutzen die Entwickler der Apps die neue API bekommt der Anwender bei erstmaliger Nutzung, zum Beispiel der Kamera, einen entsprechendenden Freigabedialog. Diese Freigabe kann im Nachhinein auch entzogen oder doch gewährt werden.

Mit Android L wird der Einsatz als unternehmenseigenes Einweg-Gerät (Kiosk-Mode-Gerät) ebenfalls unterstützt. Aktualisierungen durch Updates lassen sich automatisch aus der Ferne aktivieren. Auch die Aktivierung/Deaktivierung von Tastatureingaben, die Status Bar beziehungsweise die Verwendung des Safe Boot Modus sind definierbar. Das zurücksetzen eines Gerätes, auf den Werkzustand, kann durch den Administrator mit einem Schutz belegt werden.

Inhalt dieses Artikels

 

Mark Zimmermann

Ich werde keinen 8ten Teil zum Thema Windows10 vs. IOS verfassen, da es sich sehr gut in diesem Kommentar abwickeln lässt.

Windows 10 unterscheidet sich in den grundlegenden MDM-Funktionen wenig von iOS9. White- bzw. Blacklisting von Apps, Remote Wipes, Zwang für eine Geräte PIN, WiFi- und E-Mail-Profile, Festlegen von Passwortrichtlinien und weitere Funktionen sind out of the Box möglich. Auch das Thema Datenschutz und Datensicherheit wird von Microsoft groß geschriebenen.

Nach meiner persönlichen Meinung ist die Geräteverschlüsselung schwächer, da das Benutzerkennwort sich nicht auf die Verschlüsselung auswirkt. Damit fehlt ein Faktor der bei mir ein Unwohlsein als Gefühl verursacht.

Bei iOS ist die Verschlüsselung unter Beachtung des Gerätekennwortes / PIN für Apple selbst nicht angreifbar. Ist die Verschlüsselung nur auf Hardware basierend ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Hersteller (meiner Meinung nach) diese aufheben können. Diese Bedenken habe ich sowohl bei Windows 10 als auch BB10 (siehe auch http://www.tecchannel.de/kommu...

Ein Supervised Mode wie bei iOS9 sucht man vergebens, genau wie das DEP von Apple. Auch sind viele Punkte, die in dieser Artikelserie geschaltet wurden nicht enthalten.

Allgemein darf man auch nicht verheimlichen, dass iOS mit besseren Produktivitätsfunktionen und einer ergonomischeren Nutzerführung Punkten kann.

Auch die Anzahl der Apps lässt iOS Punkten (Apple 1,4 Mio. vs. Windows 350.000).

Sicherlich wird Microsoft mit seinem Windows 10 Release Versprechen aufzuholen , ob das gelingt bleibt jedoch fraglich, da Windows 7 Mobile und Windows 8 Mobile dieses Versprechen bereits beinhaltet hatten !

Mark Zimmermann

Lesetipp : http://www.pcworld.com/article...

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