Bug im neuen iPhone-Betriebssystem

iOS 4 kann Exchange-Server überlasten

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nach der Bereitstellung von iOS 4 berichten Business-Nutzer von Schwierigkeiten bei der Synchronisierung ihres iPhones über Exchange. Ein von Apple bereitgestellter Workaround schafft Abhilfe, könnte jedoch für neue Probleme sorgen.

Nach dem Marktstart von iPhone 4 und dem aktualisieren Betriebssystem iOS 4 sieht sich Apple nicht nur mit Beschwerden über Empfangsprobleme konfrontiert, einige Nutzer beklagen außerdem, dass die Synchronisierung mit ihren Exchange-Accounts nicht richtig funktioniert. Wenn überhaupt, so der häufige Befund, würden Mail, Kontakte oder Kalenderdaten nur langsam übertragen.

Anstatt den Anwendern die Schuld zuzuweisen hat Apple reagiert und Anfang der Woche einen Workaround bereitgestellt. Wie aus einem Blog-Eintrag von Microsofts Exchange-Teams hervorgeht, scheint der iPhone-Hersteller an einer richtigen Lösung zu basteln. "Apple hat uns versichert, dass an einem Fix gearbeitet wird, auch wenn sie keine Angaben zum Bereitstellungstermin gemacht haben", schreibt Adam Glick, Senior Technical Product Manager bei Microsoft.

Apples Workaround könnte die Symptome beheben, da er die Zeit für den Aufbau einer Verbindung mit dem Exchange-Server verlängere, erklärte der Exchange-Experte Lee Dumas gegenüber "IDG News Service". Während die Timeout-Einstellungen ursprünglich zu kurz bemessen worden seien, gebe es jedoch ein weiteres Problem, das noch nicht behoben wurde, so der Director of Architecture bei Azaleos, einem Anbieter von Managed-Exchange-Services: "Die neuen iPhones senden einen Request und haben dann ein Timeout, aber sie unterbrechen die Netzwerkverbindung nicht wie vorgesehen komplett, so dass der Server überlastet wird." Firmen, die Exchange-Server betreiben, entweder intern oder auf Outsourcing-Basis, würden sicher diese Belastungsspitze feststellen, wenn Nutzer der neuen iPhone-Software auf die Server zugreifen, so Dumas.

Der Exchange-Experte empfiehlt, dass Firmen als Konsequenz die Exchange-Zugriff via iPhone stoppen sollten: "Ich würde sagen, ihr könnt weiter E-Mails lesen, aber nur über das Web-Interface."

Da von dem Bug nur iPhones mit dem neuen Betriebssystem betroffen sind, wäre eine andere Möglichkeit, zu einer früheren Version zurückzukehren.