Unternehmensfunktionen im neuen Betriebssystem (Teil 11)

iOS 10 - Quality of Service auf Geräteebene

Mark Zimmermann weist mehrere Jahre Erfahrung in den Bereichen Mobile Sicherheit, Mobile Lösungserstellung, Digitalisierung und Wearables auf. Er versteht es diese Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln für unternehmensspezifische Herausforderungen darzustellen. Hierzu ist er auf nationale Vorträgen und als freier Autor für Fachpublikationen tätig.
Vor einem Jahr verkündeten Apple und Cisco eine Partnerschaft, mit dem Ziel die Geschäftswelt mit Mobilität umzugestalten. Sicherlich ein hohes Ziel, doch die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.

Mit iOS 10 hält eine Art Handshake-Verfahren in der WLAN-Kommunikation Einzug. Dieses erlaubt es iOS-Geräten in Cisco-Netzwerken, die WLAN-Konnektivität zu verbessern und die Priorisierung von Business-kritischen Apps.

iOS 10 bietet in Verbindung mit Cisco-Netzwerken besondere Business-Features.
iOS 10 bietet in Verbindung mit Cisco-Netzwerken besondere Business-Features.
Foto: Apple/Screenshot

Verbesserung der Wi-Fi-Konnektivität

Bisher war es in einer WLAN-Infrastruktur so, dass sich die Geräte an dem Access Point (AP) angemeldet haben, der das stärkste Signal ausstrahlt. Wird das Signal zu schwach, um eine Verbindung zu halten, prüfen die Geräte alle Kanäle, um ein neues starkes Signal für das mit der Service Set Identifier (SSID) identifizierte WLAN zu finden.

Mit iOS 10 können iPhones und iPads in einem drahtlosen Cisco-Netz den Standard 802.11k nutzen. Hierzu erhalten die Geräte die besten sechs benachbarten Access Points, passend zur SSID, angeboten. Dies sorgt dafür, dass das iOS-Gerät nicht mehr alle Kanäle, sondern nur diese besagten sechs APs prüfen muss.

Hier hört iOS nicht auf. Den nächsten AP zu finden ist großartig, aber zu diesem zu wechseln, kostet trotzdem noch Zeit. Hier greift 802.11r, indem eine schnelle Sicherheitsverhandlung ermöglicht wird. Dies ist der eigentliche Handshake, der mit iOS 10 in Cisco-Netzwerken ermöglicht wird.

Das bedeutet, dass das Gerät schnell und nahtlos von einem zum anderen Zugriffspunkt "roamen" kann. Das Roaming wird damit intelligent und effizient, da es sich positiv auf die Performance und auch auf die Batterieleistung auswirkt.

Apps funktionieren schneller und VoIP-Gespräche bleiben bestehen. Das Netzwerk erledigt den Hauptteil, konfiguriert alle Möglichkeiten automatisch, macht es sogar für die IT-Administration einfacher weiterentwickelte Features einzusetzen.

Ohne Netzneutralität geht es im Berufsleben schneller

Egal ob es sich um Sprach-, Videokonferenz-, Nachrichten-Apps, oder um Spiele, Film oder Social Media Apps handelt, alle Apps teilen sich normalerweise die gleiche Priorität bei der Datenkommunikation.

Demzufolge können Apps mit kritischen Transaktionen ins "Stocken" geraten, wenn mehrere Aktivitäten über die gleiche Netzwerkinfrastruktur erfolgen sollen.

Mit Quality of Service (QoS) können Netzwerkbetreiber dies innerhalb des Netzwerkes kontrollieren, der letzte Schritt, quasi "die letzte Meile" bis zum jeweiligen Endgerät fehlte jedoch. Bisher, denn mit iOS 10 ist es möglich, Apps, die für das Business als besonders wichtig markiert werden, in der Datenkommunikation über eine Cisco-WLAN Infrastruktur zu priorisieren.

Auch wird ein Cisco-Netzwerk benötigt, das garantiert, dass selbst wenn das WLAN durch unterschiedliches Datenaufkommen aus Apps blockiert wird, der Traffic von wichtigen Apps schneller übertragen wird, als der von nicht-kritischen Apps (Stichwort: Überholspur).

In einem Cisco-Netzwerk kann der IT-Admin für iOS-10-Geräte mit Hilfe einer white list festlegen, welche Apps bevorzugt befördert werden.
In einem Cisco-Netzwerk kann der IT-Admin für iOS-10-Geräte mit Hilfe einer white list festlegen, welche Apps bevorzugt befördert werden.
Foto: Mark Zimmermann

Hierzu definiert die IT-Administration mit Hilfe einer "white list" die Apps, die gegenüber dem regulären Traffic im Netzwerk zu priorisieren sind. Dies kann sowohl über ein MDM-System (Mobile Device Management) oder über ein Konfigurationsprofil manuell auf einem iOS-Gerät eingerichtet werden.

Dabei erlaubt es iOS 10, die Konfiguration SSID-spezifisch zu erstellen. Das bedeutet, dass unterschiedliche "white lists" für unterschiedliche SSIDs gelten.

Fazit

Die hier genannten Mehrwerte sind nicht nur ein Versprechen aus dem Prospekt. In der Realität bieten sie klar messbare Erfolge. So ging allein die Zahl der fehlgeschlagenen Webzugriffe im Selbstversuch merklich zurück. Auch das Ruckeln in Videokonferenzsystemen ist verschwunden. (mb)