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Intershop nimmt schwarze Zahlen ins Visier

09.02.2006
Nach verlustreichen Jahren will der Jenaer Software-Anbieter Intershop 2006 erstmals schwarze Zahlen schreiben.

Im vergangenen Jahr reduzierte das einstige Vorzeigeunternehmen der ostdeutschen Gründerszene seine Verluste auf 3,3 Millionen Euro. 2004 betrug das Minus noch 8,9 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich leicht um 200.000 Euro auf 17,8 Millionen Euro, teilte Intershop am Donnerstag mit.

Deutlich bessere Geschäfte zum Jahresende 2005 sowie leicht anziehende Ausgaben von Unternehmen für Computer und Informationstechnik ließen für 2006 ein positives Ergebnis erwarten. Intershop habe seine Krise überwunden, sagte Vorstandschef Jürgen Schöttler. Von einer Existenzgefährdung des Unternehmens, das nach der Schrumpfkur der vergangenen Jahre noch 220 Mitarbeiter beschäftigt, könne keine Rede mehr sein.

Das auf Programme für den Handel im Internet spezialisierte Softwarehaus wies bereits im letzten Quartal 2005 einen Gewinn von 200.000 Euro aus. Im Vorjahresquartal verbuchte das Softwarehaus noch einen Verlust von 4,4 Millionen Euro. Beim Umsatz legte Intershop im vierten Quartal kräftig zu. Die Erlöse stiegen im Vorjahresvergleich um 29 Prozent auf 5,3 Millionen Euro. Intershop konnte in den vergangenen Monaten zahlreiche Verträge unter anderem mit der Deutschen Telekom, Otto und Schott abschließen.

Zudem besserte das seit Jahren finanziell klamme Unternehmen Ende 2005 seine Firmenkasse auf. Die Liquidität erhöhte sich Ende Dezember auf 13,5 Millionen Euro nach 11,2 Millionen Euro zum Ende des dritten Quartals. Intershop hatte sich Mitte Oktober rund 4,3 Millionen Euro über eine Kapitalerhöhung beschafft.

Die Anleger quittierten die Zahlen mit einem kurzzeitigen Kurssprung um 8,9 Prozent auf 1,35 Euro. Gegen Mittag notierte die Intershop-Aktie an der Börse in Frankfurt mit 1,27 Euro rund 2,4 Prozent im Plus. (dpa/tc)