Was macht eigentlich ...

Intershop-Gründer Stephan Schambach?

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Mit der Gründung von Intershop war er der deutsche Pionier des E-Commerce. Heute setzt Stephan Schambach auf Mietsoftware.

Keine Frage, er war mutig, als er sich gleich nach der Wende mit einer kleinen IT-Firma, die Software entwickelte, selbständig machte - erst recht, da er bisher in einem Land gelebt hatte, in dem Gründer die ganz große Ausnahme waren. Der Physiklaborant und Softwareexperte Stephan Schambach darf sich zu den Pionieren des E-Commerce zählen.

Er entwickelte das erste integrierte Softwarepaket, das großen Unternehmen den Internet-Handel ermöglichte. Mit der 1992 in Jena gegründeten Intershop Commications GmbH schuf er im E-Commerce-Geschäft ein Topunternehmen, das er 1998 an den Neuen Markt und zwei Jahre später an die Nasdaq in New York führte.

Stephan Schambach lebt in Boston.
Stephan Schambach lebt in Boston.

Als dann der Einbruch im Neuen Markt kam, gehörte sein Unternehmen zu denen, die hart abgestraft wurden. Aus der 1200 Personen starken Firma um die Jahrtausendwende ist nun ein kleineres Unternehmen mit knapp 300 Mitarbeitern geworden, das allerdings ohne seinen Gründer auskommt. Schambach verließ 2003 seine Firma und zog in die USA, wo er wieder gründete. Er hat die Erfahrung gemacht, dass es dort leichter ist, an Risikokapital zu kommen, und dass die Geldgeber aufgeschlossener gegenüber den Gründern sind als in Deutschland.

Neue Truppe in Jena

2004 gründete er in der Nähe von Boston die Firma Demandware und setzte sich auch damit an die Spitze einer Entwicklung, die heute in der IT-Branche in aller Munde ist - Software nicht mehr zu kaufen, sondern zu mieten. Als Gründer und President überlässt er seinem CEO John Pearce das Tagesgeschäft. Er hat sich an jungen Hightech-Firmen beteiligt. Nach Deutschland kommt er mittlerweile seltener, er ist allerdings seinem Gründungsstandort Jena treu geblieben, denn dort arbeiten wieder rund 15 Entwickler an Projekten seiner neuen Firma.