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Außer in Deutschland, USA und UK

Internet-Radio bei Last.fm kostet bald Geld

25.03.2009
Von pte pte
Der Internet-Musikservice Last.fm will in Kürze eine Gebührenpflicht für seine Nutzer einführen.

Außerhalb der USA, Großbritannien und Deutschland sollen die Mitglieder künftig drei Euro pro Monat zahlen, um die Plattform weiterhin in vollem Umfang nutzen zu können. Wie Richard Jones im offiziellen Last.fm-Blog schreibt, soll die Gebührenpflicht bereits mit Ende März in Kraft treten. Grund für die Maßnahme sind offenbar zu geringe Werbeeinnahmen außerhalb der genannten drei Länder. Wer auch in Zukunft nichts für Last.fm bezahlen will, kann zwar weiterhin seine Songs scrobbeln, Musikempfehlungen, Charts und Videos nutzen, hat jedoch keinen Zugriff mehr auf das Online-Radio.

Last.fm bot bisher bereits ein kostenpflichtiges Abomodell an, bei dem die User drei Euro pro Monat verrechnet bekommen und dafür keine Werbung geschaltet und die Abspielfunktionen der Radiostationen erweitert werden. Die gebührenpflichtigen Accounts werden in Zukunft dieselbe Version des Internet-Musikdienstes angeboten bekommen. In den USA, Großbritannien und Deutschland wird sich nach Angaben des Unternehmens nichts am bisherigen Modell ändern. Die User können zwischen einem werbefinanziertem und kostenlosen sowie einem Premiumangebot auswählen.

Diese drei Länder stellen laut Last.fm die Kernmärkte der Webseite dar und seien jene Gebiete, wo das Unternehmen die stärksten Resourcen und Kontakte zu Vermarktern habe. Die Werbeeinnahmen seien zumindest dort der wichtigste Weg, wie die Plattform Geld verdient und damit Künstler und Labels für ihre Musik entlohnt.

Nun stellt sich die Frage, wie die betroffenen User auf diese Ankündigung reagieren werden und ob sie überhaupt bereit sind, auf diese Umstellung einzugehen. Wenn nicht, dürfte der Plattform dadurch mehr Schaden als Nutzen entstehen. Auf jeden Fall riskiert Last.fm mit diesem Schritt seine bisherige Beliebtheit bei den Nutzern. Warum dass Werbemodell außer in den USA, Großbritannien und Deutschland offenbar nicht aufgegangen ist, erklärte Jones in seinem Blog-Beitrag nicht. Dabei hatte Last.fm erst im vergangenen Sommer im Zuge eines Relaunches auch eine neue Werbestrategie eingeführt und interaktive - nach eigenen Aussagen "coole" - Anzeigen geschaltet. (pte)