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Internet-Provider greifen gegen Kinderpornos durch

10.06.2008
Von pte pte
Drei US-amerikanische Internet Service Provider haben sich selbst dazu verpflichtet, Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten unzugänglich zu machen.

Sprint Nextel, Time Warner Cable und Verizon haben einem Abkommen zugestimmt, wonach der Zugang zu Internet-Foren und Homepages mit entsprechendem Content gesperrt wird. Diese werden von Pädophilen zum Austausch von Bildern und Videos benutzt, die den sexuellen Missbrauch an Kindern zeigen. Darüber hinaus sind von der Sperre bestimmte Zugänge zu sogenannten Usenet-Newsgroups betroffen, berichtet die New York Times. Beim Usenet handelt es sich um einen der ältesten Vorläufer des Internet und mit einem Alter von knapp 30 Jahren einen der frühesten Kanäle, um Informationen online auszutauschen. Durch die Blüte des World Wide Web wurde das Usenet weitgehend verdrängt, bietet zur Verbreitung illegalen Materials allerdings eine beliebte Alternative.

Die Sperre der Seiten betrifft den gesamten US-amerikanischen Raum. Den Betreibern zufolge soll das Auffinden kinderpornografischen Materials durch die Maßnahme deutlich erschwert werden. Allerdings stellen die Unternehmen fest, dass es ihnen nicht möglich sei, den Zugang zur Gänze unmöglich zu machen. In vielen Fällen sei es selbst den Internet-Providern nicht möglich, Einblick in die Aktivitäten privater bzw. geschlossener Newsgroups zu erhalten. Das Abkommen hat seinen Ursprung in achtmonatigen Under-Cover-Untersuchungen, in denen Netzwerke beobachtet wurden, die kinderpornografische Inhalte verbreiteten. Agenten des New Yorker Generalstaatsanwalts Andrew Cuomo reichten unter falschen Identitäten Beschwerden bei den Providern über die Netzwerke ein. Der ungehinderte Zugang zu den Netzwerken ermögliche eine Vermehrung dieser, obwohl die Kundenvereinbarungen ein Verbot von kinderpornografischen Aktivitäten vorsehen, so die Beschwerden.

Das Büro des Generalstaatsanwalts wurde erst eingeschaltet, als die Unternehmen vorzogen, nicht auf die Beschwerden einzugehen. In Folge drohten ihnen Klagen wegen Betrugs und unlauterer Geschäftspraktiken. Cuomo zufolge dürften mittlerweile bereits Verhandlungen mit weiteren Internet-Providern laufen. Ab einem gewissen Punkt liegt die Verbreitung kinderpornografischen Materials in der Verantwortung der Provider, so Cuomo. Diese hatten ihre Zuständigkeit in der Problematik bisher unter dem Standpunkt bestritten, dass Individuen mit anderen Individuen kommunizieren, wofür man als Provider nicht verantwortlich gemacht werden könne. Der Staatsanwalt verfolgt jedoch das Ziel, die traditionelle Rechtsverfolgung von Kinderporno-Produzenten und deren Konsumenten zu umgehen. (pte)