Hannover Messe 2016

Internet of Things wird zum Wettbewerb der Plattformen

Mark Alexander Schulte verstärkt seit 2011 das IDC-Team in Frankfurt. Der studierte Betriebswirt ist mit der Durchführung von kundenspezifischen Consulting-Projekten sowie der Erstellung von Studien betraut. Als Analyst konzentriert Schulte sich insbesondere auf die Themen Enterprise Mobility, Internet of Things, Industrie 4.0 sowie Social Enterprise Collaboration und steht dabei im engen Austausch mit allen Akteuren des Marktes. Schulte ist Autor zahlreicher Artikel und wird regelmäßig in der einschlägigen Wirtschafts- und Fachpresse zitiert.
Auf der diesjährigen Hannover Messe sind die Plattformen ein zentrales Thema bei allen Anbietern im IoT-Umfeld.
IoT-Plattformen sind das Bindeglied zwischen den IoT-Endpoints, der Analytics und den Applikationen.
IoT-Plattformen sind das Bindeglied zwischen den IoT-Endpoints, der Analytics und den Applikationen.
Foto: Chesky - shutterstock.com

Für das Internet of Things (IoT) entwickelte Plattformen sind ein zentraler Baustein bei der Umsetzung von IoT-Projekten. Zu ihren Schlüsselfunktionen zählen das Management der vernetzten Objekte, der Applikationen und der Konnektivität, aber auch die Verarbeitung, das Reporting und die Analyse der Daten.

IoT-Plattformen hängen von Natur aus eng mit dem Return on Investment von IoT-Projekten zusammen, da sie das Bindeglied zwischen den IoT-Endpoints, der Analytics und den Applikationen darstellen, das für den Kundenmehrwert und fundierte Entscheidungen notwendig ist.

IoT-Plattformen sind ein zentrales Thema der Hannover Messe

Auf der diesjährigen Hannover Messe sind die Plattformen ein zentrales Thema bei allen Anbietern im IoT-Umfeld. Dies setzt die Entwicklung aus den vergangenen 24 Monaten fort, in denen zahlreiche neue Dienste angekündigt wurden, IoT-Plattformen schossen förmlich wie Pilze aus dem Boden.

Neben IT-Schwergewichten wie Microsoft, Intel, Salesforce, IBM oder SAP haben auch Industrieanbieter wie Siemens und Bosch ihre Lösungen im Kontext von Industrie 4.0 auf der HMI prominent präsentiert.

The Next Now! - Foto: shutterstock.com - SFIO CRACHO

The Next Now!

Für das Internet of Things entwickelte Plattformen sind zum zentralen Schlachtfeld im Wettbewerb geworden. Anbieter versprechen sich durch ihre Lösungen, Kunden langfristig binden zu können. Zudem reduzieren die zentralen Drehscheiben die Komplexität bei der Umsetzung und vereinfachen es Kunden, mit IoT-Szenarien zu experimentieren. Denn nach wie vor stehen viele Organisationen vor der Frage, wo sie bei IoT starten sollen.

IoT wächst im zweistelligen Bereich - ein attraktiver Markt für Anbieter

IDC prognostiziert, dass die Ausgaben für IoT-Plattformen bis 2019 um jährlich etwa 18 Prozent weltweit wachsen wird. Für Hersteller bietet sich somit ein attraktives Marktumfeld.

Wir erwarten, dass in diesem Jahr weitere Anbieter eigene IoT-Plattformen als Teil ihrer IoT-Story ankündigen werden und es zu neuen Partnerschaften und Zusammenschlüssen kommen wird. PTC hat im vergangenen Jahr mit den strategischen Übernahmen von ThingWorx, Axeda, Coldlight und Vuforia die Richtung vorgegeben. Die kürzlich abgeschlossene Übernahme von Jasper durch Cisco ist ein weiterer Beleg.

Eine zentrale Aufgabe für Anbieter wird es sein, ihre Plattformen zu ganzheitlichen, End-to-End-Lösungen zu entwickeln. Die meisten der aktuell verfügbaren Produkte fokussieren sich noch auf Teilbereiche wie die Konnektivität (z.B. Ericsson Device Connection Platform), das Device Management (z.B. Jasper Control Center) oder die Datenanalyse und App Enablement (z.B. Thingworx Marketplace).

Nach Einschätzung von IDC werden langfristig gesehen fünf bis sechs Plattformen den IoT-Markt beherrschen. Der Wettbewerb hat begonnen. (mb)