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Internet-Karte zeigt globalen "Datenwetterbericht"

09.10.2007
Von pte pte
Ein Forscher stellt den herrschenden Internet-Traffic mit Lichtbündeln dar.

Basierend auf Daten des Dimes Projects der Universität Tel Aviv, lässt der amerikanische Forscher Chris Harrison nun anhand von grafischen Modellen die globale Netzwerkstruktur sichtbar werden. Langfristiges Ziel des Projekts ist die Bereitstellung eines Berichts über den aktuellen Zustand des Internets. Die durch die grafische Aufarbeitung der Dimes-Project-Daten entstandene Visualisierung der weltweiten Datenverbindungen liefert durchaus interessante Ergebnisse. So ist zum Beispiel deutlich erkennbar, dass der Traffic im virtuellen Raum in Regionen wie Europa und den USA eindeutig stärker ausgeprägt ist als in Afrika oder Südamerika. Grafisch als Lichtbündel dargestellt, erscheinen Internetverbindungen in diesen Regionen bei weitem nicht so ausgeprägt wie in den reicheren, besser entwickelten Zonen. Dies ergibt sich vor allem durch den Umstand, dass dort die Dichte der Internetverbindungen wesentlich geringer ist.

Harrison, der zur Zeit seinen Doktor am Institut für Human-Computer Interaction an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh in Arbeit hat, verweist auf seiner Homepage aber auch darauf, dass die präsentierten Grafiken keinerlei Rückschlüsse auf die allgemeine Internetnutzung zulassen würden. "Hunderte Menschen", räumt der Forscher ein, "können jeweils eine einzelne Internetverbindung in einem Internet-Cafe nutzen, in Entwicklungsländern ist dies vielfach sogar die einzige Möglichkeit des Internetzugangs." Dennoch, 90.000 Internetverbindungen zwischen allen Städten der Welt konnten erfasst und dargestellt werden.

Unter dem Namen "Dimes Project" gelang es israelischen Forschern mit Hilfe von 5.600 freiwilligen Computernutzern Ende Juni diesen Jahres, eine topografische Karte der globalen Internetverbindungen vorzulegen. Das Ergebnis ihrer forscherischen Arbeit soll vor allem zum besseren Verständnis der Struktur des Internet beitragen und es ermöglichen, das Web insgesamt effizienter zu machen. (pte)