Internet Explorer: Unsicher, aber anhänglich

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Nachdem erneut Sicherheitsmängel von Microsofts "Internet Explorer" (IE) bekannt wurden, empfahl das US-Cert den Wechsel auf alternative Browser. Eine derartige Umstellung ist aber oft technisch nicht möglich oder erfordert erheblichen Aufwand.

In den letzten Monaten wurden immer öfter Stimmen laut, die Anwendern empfahlen, den Internet Explorer gegen alternative Browser auszutauschen. Dazu zählten etwa Kolumnisten von renommierten Online-Diensten wie "Security Focus" oder "Lockergnome". Zuletzt warb sogar "Slate", ein E-Zine in Microsofts Besitz, für den Web-Client von Mozilla.

Websites, die Rahmen verwenden, bereiten den Browsern Schwierigkeiten. Angreifer können dort dem Surfer fremde Inhalte unterschieben oder Microsofts Zonenmodell unterlaufen.

Offizielle Stellen hielten sich bisher mit solchen Empfehlungen zurück. Nach einer ganzen Serie schwerer Sicherheitsmängel innerhalb weniger Wochen rang sich nun das United States Computer Emergency Readiness Team (US-Cert), eine unter anderem für Computersicherheit zuständige Einrichtung der amerikanischen Regierung, doch dazu durch, Anwendern ebenfalls einen solchen Wechsel nahe zu legen.

Dafür gibt der Web-Browser aus Redmond schon lange gute Gründe: Security Focus zählte seit April 2001 für den Internet Explorer 153 entdeckte Sicherheitslöcher. Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres kamen 44 weitere Mängel hinzu. Die meisten erlauben böswilligen Zeitgenossen, Schadprogramme auszuführen, Benutzeraktivitäten auszuspionieren oder Kennwörter sowie Kreditkartennummern zu stehlen. Normalerweise müssen sich Anwender nicht den Kopf darüber zerbrechen, ob sie eine Software von derartiger Qualität durch ein besseres Produkt ersetzen sollen. In den meisten Fällen sperrt sich der Internet Explorer jedoch erfolgreich gegen derartige Absichten.

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