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M2M und Vernetzung

Internet der Dinge: Wenn alles (fast) von alleine läuft

Thomas Surwald (Jg. 1968) ist Geschäftsführer der Q-Loud GmbH und verantwortet Vertrieb und Marktzugang. Bevor er 2010 als Leiter des Direkten Vertriebs zur QSC AG kam, hatte er unterschiedliche Leitungspositionen in Vertrieb, Marketing und Operations für technologieorientierte Unternehmen inne.
Ob Heizung oder Garagentor – mittlerweile lassen sich viele Geräte bequem per App steuern. Die intelligente Vernetzung von Hardware macht es möglich. Geschäftsführer Thomas Surwald, QSC, erklärt, wie durch Cloud-basierte Kommunikationslösungen das Internet der Dinge Wirklichkeit wird.

Die Begriffe "Machine-to-Machine" und "Internet der Dinge" sind viel mehr als nur Buzzwords. Sie beschreiben die Verbindung von "intelligenten Gegenständen" in einem Netzwerk wie dem heutigen Internet - allerdings mit dem Unterschied, dass die Geräte im Internet der Dinge selbst Daten eingeben und abrufen und so eigenständig kommunizieren. Daher müssen sie nicht zwangsläufig von Menschen bedient werden, sondern unterstützen aus dem Hintergrund ohne besonders aufzufallen.

Und das ist in der Tat heute schon Realität und nicht etwa Science-Fiction. Denn - möglicherweise unbewusst - nutzen wir im Alltag längst vernetzte Gegenstände im Internet der Dinge. Ein simples Beispiel ist die Paketverfolgung. Dort erfasst kein Mitarbeiter mehr die Route und gibt die aktuelle Position in das System ein, sondern die Pakete melden sich selbst an den verschiedenen Wegpunkten an und ab und erzeugen so die Daten, die dann im Online-Portal abgerufen werden können.

Etwas neuer sind Car-Sharing-Systeme, die sich zunehmend etablieren. Dort erkennt das Auto selbständig den Nutzer und erfasst automatisch Daten zur Nutzungsdauer oder zur gefahrenen Strecke und übermittelt sie direkt in das Abrechnungssystem. Aber das ist erst der Anfang. Es gibt zahllose Bereiche, auch im B2B-Umfeld, wo sich in den nächsten Jahren Lösungen im Internet der Dinge durchsetzen werden.

Besonders großer Bedarf bei Logistik

Einen besonders großen Bedarf sehen wir unter anderem bei Logistik, Industrie, Handel und Lifestyle. Diese Branchen benötigen Lösungen zur Prozessverbesserung, Fernwartungsoptionen, Verkehrsmanagement und die Vernetzung dezentraler Points of Sale. Im Prinzip ist es immer das gleiche Ziel: Prozesse und Geschäftsabläufe intelligent zu verknüpfen. Das schafft mehr Effizienz und Flexibilität in Produktion und Vermarktung.

Allerdings unterstützen wir unsere Kunden nicht nur in der Optimierung ihrer Prozesse. Mit unserer Vorleistung können sie auch in Zukunft innovative Produkte entwickeln. Denn eins ist gewiss: Die intelligente Heizungssteuerung "Tado", das Fitnessarmband "Jawbone Up" oder Apples "Healthbook" in Kombination mit der AppleWatch sind erst der Anfang. In Kürze wird es selbstverständlich sein, sich auf intelligente Geräte zu verlassen oder mit seinem Smartphone Dinge des alltäglichen Lebens aus der Ferne zu steuern.

Cloud-basierte Plattform solucon

Als technischer Vorlieferant für Vernetzung im Internet der Dinge bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, sich auf ihre Kernkompetenzen in ihrer Branche zu konzentrieren und zum Beispiel die effizienteste Heizung oder das sicherste Garagentor zu entwickeln und außerdem durch Vernetzung ihrer Produkte eine neue Innovationstufe zu erreichen.

Möglich wird dies durch solucon, unserer cloudbasierten IoT-Plattform. Sie wird bei uns in geografisch voneinander getrennten Rechenzentren dreifach redundant, also gleichzeitig, betrieben. Das garantiert ein hohes Maß an Ausfallsicherheit. Auf solucon können kundenspezifische Lösungen, wie zum Beispiel eine Steuerung der Heizung per App, modular aufgesetzt und betrieben werden.

Die Integration der verschiedenen Systeme erfolgt über eine offene Schnittstelle (API). Die Geräte können entweder über eine IP-Verbindung oder über ein vorgelagertes Gateway und zusätzlich über Ethernet, USB, 868 MHz-Funk mit AES-Verschlüsselung oder WLAN vernetzt werden.

Über die API können wir aber auch externe Daten einbinden oder bestehende Softwaresysteme wie SAP integrieren. So können wir echte Ende-zu Ende-Lösungen bieten, die nicht nur die Geräte vernetzen sondern eben auch die Prozesse dahinter ermöglichen.

Eine IP-Verbindung vorausgesetzt, steht solucon 24/7 an jedem Ort der Erde zur Verfügung. Außerdem können auf der gemeinsamen Plattform unterschiedlichste Protokollsprachen, Geräte und Szenarien intelligent miteinander verknüpft werden. Auf der anderen Seite können wir unseren Kunden dezentral eine Vielzahl von Systembausteinen direkt zur Verfügung stellen, die sonst umständlich beim Kunden individuell implementiert werden müssten. So ermöglichen wir unseren Kunden Time-to-Market Vorteile in Zukunftsmärkten.