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Das Insider-Interview mit Jürgen Renz, General Manager Deutschland, Dell GmbH

Internet der Dinge: Das Thema Big Data rückt immer mehr in den Fokus

27.11.2015
Das Internet der Dinge wird viele Firmen nachhaltig verändern. Im Insider Interview erläutert Jürgen Renz, General Manager Deutschland Dell GmbH, wie sich Unternehmen am besten auf die neuen Herausforderungen vorbereiten und letztendlich davon profitieren können.
Foto: Dell

Welche Innovation der letzten Jahre steht für Sie an oberster Stelle?

Jürgen Renz: Die größte Innovation der jüngeren Zeit ist für mich auf jeden Fall das Smartphone und die Apps, die sich damit etabliert haben. Als weitere interessante Innovation stehen für mich die persönlichen Assistenten wie Cortana oder Siri und damit verbunden virtuelle Welten wie z.B. Microsofts HoloLens ganz weit oben. Etwas nach vorne geblickt, werden wir uns sicher mit Robotics und dem Internet of Things befassen müssen - die virtuelle Realität wird unsere Welt weiter revolutionieren.

Und welches technische Gerät nutzen Sie am häufigsten?

Jürgen Renz: Das sind derzeit mein Notebook und mein Smartphone. Als Smartphone verwende ich ein Nokia mit Windows-Betriebssystem. Hier finde ich die Windows-Kachelarchitektur sehr gelungen.

Gibt es bestimmte Internetseiten, die Sie häufiger nutzen als andere Seiten?

Jürgen Renz: Spontan fallen mir dazu Google, Finanzen.net und economist.com ein. Den economist habe ich übrigens auch als App auf meinem Smartphone.

Was hat Sie in die IT-Branche gebracht?

Jürgen Renz: Das war Zufall. Ich habe Maschinenbau und Betriebswirtschaft studiert und mich nach meinem Abschluss bei verschiedenen Firmen beworben. IBM konnte mich damals einfach am meisten begeistern, und so habe ich dort angefangen. Dass ich dann letztendlich in den IT-Vertrieb gegangen bin, war wirklich Zufall.

Und wie sind Sie dann zu Dell gekommen?

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

Jürgen Renz: Nach IBM habe ich verschiedene andere berufliche Herausforderungen angenommen. So war ich beispielsweise im Vorstand bei Bechtle und danach CEO bei der Maxdata GmbH. Im Anschluss daran begann ich bei Dell, denn ich fand schon immer, dass das ein tolles innovatives Unternehmen ist. In den acht Jahren, die ich nun bei Dell bin, ist es nie langweilig geworden. Das wird ja auch eben wieder mit den Neuigkeiten zu EMC unterstrichen.

"Ich glaube, Virtual Reality wird unsere Welt weiter revolutionieren."

Wissen Sie noch, wann Sie das erste Mal mit dem Internet der Dinge in Berührung gekommen sind?

Jürgen Renz: Dieses Thema wird ja schon seit ein paar Jahren intensiv in der Presse behandelt. Anfangs war das nicht mehr als ein großer Hype. Erst jetzt beschäftigt man sich wirklich ernsthaft mit diesem Thema und klärt auf, was überhaupt dahintersteckt und wie es unser Leben verändern wird. Ich erinnere mich, dass ich selbst vor etwa zwei Jahren zum ersten Mal mit diesem Thema konfrontiert wurde. Meine Tochter sollte während ihres Studiums einen Aufsatz zum Thema "Internet of Things" schreiben. Weil ich beruflich mit IT zu tun habe, fragte sie mich darüber aus. Das war der Grund, mich intensiver mit diesem Thema zu beschäftigen.

Haben Sie selber das Internet der Dinge im Einsatz, etwa in Form einer Home-Automation oder eines Fitnessarmbands?

Jürgen Renz: Nein, da muss ich Sie enttäuschen. Ich habe nichts davon im Einsatz. Persönlich vermeide ich es grundsätzlich, private Daten irgendwie ins Internet zu laden. Etwas wie ein Fitnessarmband oder Ähnliches kommt für mich überhaupt nicht in Betracht. Ich möchte nicht, dass beispielsweise irgendjemand überprüfen kann, an welchem Ort ich welche Herzfrequenz habe. Ich finde es schon bedenklich, wenn ich morgens meinen PC einschalte und plötzlich von "Cortana" gefragt werde: "Wohnst Du hier?" Und darunter steht gleich noch: "Willst Du wissen, woher ich das weiß?" Die Antwort: "In den letzten 100 Tagen warst Du hier." Da lässt Big Brother schön grüßen.

Verbinden Sie mit dem Internet der Dinge auch Positives?

Jürgen Renz: Natürlich, aber meiner Meinung nach muss man beim Internet der Dinge ganz klar zwischen dem privaten und dem geschäftlichen Bereich unterscheiden. Im privaten Bereich bin ich persönlich sehr restriktiv. Im unternehmerischen Bereich ist das Thema Internet der Dinge aus meiner Sicht jedoch enorm wichtig. Beispielsweise lassen sich bei der Produktherstellung oder bei der Herstellung einzelner Produktkomponenten mittels RFID-Tags alle Schritte sehr präzise nachverfolgen, von den Maschinendaten bis hin zu den Mitarbeitern, die mit Herstellung und Kontrolle befasst waren. Von diesen Daten könnten Qualitätskontrollen sowie die Qualitätssicherung profitieren. Hier ist also das Internet der Dinge eine große Hilfe und zahlt sich unterm Strich aus.

"Unternehmen werden sich aufgrund des Internets der Dinge verändern."

Wird Ihrer Meinung nach das Internet der Dinge im geschäftlichen Umfeld weiter vorangetrieben?

Jürgen Renz: Davon bin ich überzeugt. Die dafür notwendigen Sensoren sind überall sehr einfach einzubauen. Auch die Kosten dafür sind kaum mehr der Rede wert. Unternehmen werden sich aufgrund des Internets der Dinge verändern. Spontan fällt mir da der Einzelhandel als ein Beispiel ein: Irgendwann werden sich dort RFID-Tags auf allen Produkten wiederfinden. Wenn wir dann den Einkaufswagen an der Kasse des Supermarkts vorbeischieben, ist im gleichen Moment der Geldbetrag der gekauften Produkte vom eigenen Konto abgebucht.

Meinen Sie, dass das Internet der Dinge für alle Unternehmen wichtig ist oder zukünftig wichtig sein wird?

Jürgen Renz: Ich bin der Meinung, dass sich jede Firma schnellstmöglich mit diesem Thema befassen sollte, denn auf den ersten Blick wird man wahrscheinlich gar nicht genau erkennen können, ob das Internet der Dinge für eine bestimmte Firma interessant ist. Ein Wohnungsbauunternehmen fragt sich vielleicht, ob alle Wohnungen mit internetfähigen Sensoren ausgerüstet werden sollen, um damit den Service für die Mieter deutlich zu verbessern. Bei der Fertigungsindustrie würde ich sogar so weit gehen zu sagen, dass sich hier jedes Unternehmen mit diesem Thema besonders eingehend befassen muss. Hier steht das Thema Industrie 4.0 - also die Vernetzung der Maschinen miteinander - ganz oben auf der Agenda. Die Sicherheitsthematik und intelligente Steuerungen sind weitere Gründe, sich mit dem Thema Internet der Dinge auseinanderzusetzen. Kurz gesagt: Jedes Unternehmen sollte sich ein Bild davon machen, welche Möglichkeiten das Internet der Dinge bietet und welche Auswirkungen dies auf Lösungen und Wettbewerbsvorteile haben wird.

Wie unterstützt Dell die Unternehmen beim Internet der Dinge?

Jürgen Renz: Wir haben im OEM-Bereich Produkte, die Unternehmen beim Internet der Dinge unterstützen. Ein Beispiel ist das IoT-Gateway von Dell, das speziell für die Gebäude-Automation und für den Einsatz in der Industrie entwickelt wurde. Speziell dieses Gateway ist eine Basistechnologie für den IoT-Markt im Business-Bereich und sammelt und konsolidiert Daten unterschiedlichster Sensoren. Mit unserem End-to-End-Konzept sind wir zudem prädestiniert, unseren Kunden alles zur Verfügung zu stellen - vom Erfassen der Daten über das Speichern bis hin zu ihrer Verarbeitung, vom kompletten Rechenzentrum bis hin zu den Clients. In Kalifornien und in Irland haben wir spezielle Labs, die sich ausschließlich mit dem Internet der Dinge beschäftigen. Hier werden anwenderspezifische Projekte abgebildet und nachgestellt. Im Ergebnis daraus werden beispielsweise Referenzarchitekturen erstellt, um diese dann letztendlich auch in die Industrie zu portieren.

Gibt es bei Projekten zum Internet der Dinge noch weitere Unterstützung von Dell?

Jürgen Renz: Ja. Eine Folge des Internets der Dinge ist das sprunghaft steigende Datenaufkommen. Als Folge rückt das Thema Big Data immer mehr in den Fokus. Es sind Lösungen gefragt, die solche riesigen Datenmengen optimal managen. Und speziell darauf ist Dell sehr gut vorbereitet und kann seinen Kunden für jeden Anwendungsfall die passenden Speicherlösungen bieten. Des Weiteren stellt sich die Frage, wie man letztendlich diese Datenflut richtig nutzt. Die Antwort darauf ist: auswerten und analysieren.

Auch hier ist Dell rechtzeitig aktiv geworden. So haben wir im März 2014 die in den USA ansässige Firma StatSoft Inc. übernommen, deren Software Statistica in den Bereichen Big-Data-Analysen, Statistik und Data Mining zu den weltweiten Marktführern gehört. Mit dieser Übernahme wurde die StatSoft (Europe) GmbH - eine internationale Niederlassung der StatSoft Inc. - zu einem unabhängigen Dell-Statistica-Partner. So können wir den Unternehmen zur Datenspeicherung gleichzeitig auch ein marktführendes Analysetool für ihre riesigen Datenmengen anbieten. Das optimale Zusammenspiel aller Komponenten wie Rechenzentren, Speicher, IT-Sicherheitstechnik, IoT-Gateways und Clients bis hin zur professionellen Analyse der Daten ist das, was Dell meiner Meinung nach besonders auszeichnet.

Engagieren Sie sich bei Dell auch sozial?

Jürgen Renz: Ja, ich engagiere mich aktuell bei zwei Themen. Das ist zum einen das Projekt "Planet". Hier geht es um das Thema Green IT, bei dem ich der Exec-Sponsor in Deutschland und Leiter verschiedener Gruppen an unterschiedlichen Standorten bin. Das zweite Thema ist eine ganz neue Initiative von Dell mit dem Namen "MARC". Dies steht für "Men Advocating Real Change". Kurz gesagt geht es hierbei um Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und gleiche Chancen für unterschiedlichste Gruppen von Menschen. Das bezieht sich aber nicht ausschließlich auf das "Gender-Thema", also die Gleichstellung der Geschlechter. Vielmehr stehen dabei Alter, Herkunft, sexuelle Orientierung, körperliche oder geistige Behinderungen usw. im Fokus. Dieses Programm wird übrigens sehr stark vom Dell-Management vorangetrieben.

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