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Internet-Bank First-e gibt auf

07.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die europäische Internet-Bank First-e gibt nach zwei Jahren Betrieb ihr Geschäft auf. Der Online-Finanzdienst arbeitete mit einer Lizenz der französischen Privatbank Banque d´Escompte und wurde 1999 während des E-Banking-Booms von dem irischen Kapitalgeber Enba Holding gegründet. Rückendeckung erhielt der Dubliner Internet-Inkubator damals unter anderem von Morgan Stanley, Intel und der britischen Versicherungsgesellschaft CGNU. Das Finanzdienstleistungsportal zählte rund 80 000 Kunden, ein Großteil davon stammt aus Großbritannien und Deutschland. Nach einem erfolgreichen Start war der Service durch widersprüchliche Informationen über Regulierungsmaßnahmen und die Rechte von Kunden außerhalb Frankreichs ins Straucheln geraten. Als im April dann der geplante Merger mit Uno-e, dem Internet-Dienst der spanischen Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) platzte (Computerwoche online berichtete), suchte Enba vergeblich nach einem Käufer.

In Folge der Schließung müssen in Dublin 245 Angestellte gehen, 35 Mitarbeiter bleiben bei First-e´s Entwicklungsabteilung Factor-e. Diese hofft, ihre Softwareprodukte an andere Banken und Broker verkaufen zu können.