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Betrugsvorwürfe

Internet-Aktivisten attackieren Bank of America

15.03.2011
Die berühmt-berüchtigte Internet-Gruppe "Anonymous" greift die Bank of America an.
Anonymous-Aktivisten mit typischen Guy-Fawkes-Masken in der Londoner U-Bahn
Anonymous-Aktivisten mit typischen Guy-Fawkes-Masken in der Londoner U-Bahn

Die Hacker veröffentlichten am Montag eine Reihe von E-Mails, die zeigen sollen, wie das Kreditinstitut reihenweise US-Hausbesitzer über den Tisch gezogen hat. Anschließend soll die US-Großbank versucht haben, die Vorgänge zu vertuschen.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Bank of America habe der Gruppe die E-Mails übergeben, schrieb ein Vertreter von "Anonymous" per Kurznachrichtendienst Twitter. US-Medien zitierten auszugsweise aus den Texten. Die Website BankofAmericasuck.com, auf der die kompletten, reichlich verworrenen Unterlagen zu finden waren, brach im Laufe des Tages immer wieder zusammen.

Nach eigenen Angaben hatte der Informant in den vergangenen sieben Jahren für Balboa Insurance gearbeitet, eine Tochter der Bank of America. Balboa sichert Kreditinstitute bei Hypotheken ab.

Der Vorwurf lautet, dass Balboa die Hypotheken-Kunden mit überhöhten Prämien abgezockt hat. Zudem, so schreibt der "Anonymous"-Informant, habe Balboa Aufzeichnungen gefälscht, um Fehler im eigenen Hause vor den Aufsichtsbehörden zu verbergen. Die Bank of America hielt sich zu den Vorwürfen bedeckt.

Die US-Großbank steht seit Monaten in der Kritik. Sie soll Häuser säumiger Schuldner ohne ausreichende Prüfung und mit falschen Dokumenten gepfändet haben. Die Tochterfirma Balboa Insurance kam 2008 mit der Übernahme des einst größten US-Immobilienfinanzierers Countrywide in den Konzern; sie soll bis zum Sommer weiterverkauft werden.

Die Internet-Gruppe "Anonymous" war mit ihrer Unterstützung der Enthüllungsplattform Wikileaks bekannt geworden. Deren Gründer Julien Assange hatte angekündigt, Material aus einer US-Großbank zu veröffentlichen, das "ungeheuerliche Übertretungen" und "unethische Praktiken" offenlege. Die Bank of America gilt als wahrscheinlichstes Ziel. Assange hatte zuvor gesagt, er sei im Besitz der Festplatte eines hochrangigen Managers der Bank. (dpa/tc)