Mehr Talent-Management

Internationale Personalarbeit muss besser werden

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Weltweit tätige Konzerne stehen unter Druck, ihre Human-Resources-Politik stärker an den Erfordernissen einer globalen Wirtschaft auszurichten.

Lediglich 49 Prozent der großen Unternehmen aus Europa, Nordamerika, Asia-Pacific und Lateinamerika gaben an, dass ihre HR-Strategie den Bedürfnissen aller geschäftsrelevanten Regionen Rechnung trägt und nicht nur auf die Anforderungen der Unternehmenszentrale zugeschnitten ist. So lautet ein Ergebnis der "Global HR-Study 2009" von Hewitt.

Große Aufgaben für die HR-Abteilung

"In weltweit operierenden Konzernen steht das Personal-Management im Spannungsfeld von Herausforderungen", sagt Sabine Rachor von Hewitt Associates in Deutschland. "Erstens muss es Mitarbeiter rund um den Globus mit den verschiedensten kulturellen und sozialen Hintergründen betreuen. Zweitens ist es gefordert, die weltweiten HR-Dienstleistungskosten zu senken. Drittens muss es Business-Partner aller Führungskräfte sein und den Unternehmenserfolg unterstützen."

Damit ein internationales Unternehmen dauerhaft erfolgreich sein könne, müsse sein HR-Management global ausgerichtet und kontinuierlich verbessert werden. Dies gelingt laut Rachor den meisten Unternehmen jedoch nur partiell.

Die Studie zeigt, dass erst 30 Prozent der befragten Unternehmen ein globales HR-Modell implementiert haben, in dem sowohl die Strukturen als auch die Kompetenzen eine globale Koordination fördern und eine flexible Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen ermöglichen. Immerhin 43 Prozent der Unternehmen verfügen über ein Zwei-Säulen Modell, das die Grundlage für eine globale Struktur darstellt. Dabei ist ein Teil der HR-Tätigkeiten wie die Entwicklung der Führungskräfte auf Konzernebene angesiedelt, andere Aufgaben wie zum Beispiel Vergütungsangelegenheiten werden auf regionaler oder Bereichsebene erledigt. Insgesamt 24 Prozent der Befragten verfügen über regional oder divisional ausgerichtete HR-Bereiche.

Immer wieder Talent-Management

Gut die Hälfte der befragten Firmen hat eine Verbesserung bei der Erfüllung der HR-Kernaufgaben erreicht, jedoch nur 19 Prozent haben dies weltweit gleichmäßig geschafft. 23 Prozent haben ihr Talent-Management konsolidiert, 18 Prozent nutzen Self-Service in allen Niederlassungen.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen danach streben, in den kommenden ein bis zwei Jahren ihre globalen HR-Prozesse effizienter und effektiver zu gestalten. Das primäre Ziel für 55 Prozent der Befragten ist ein internationales und integriertes Talent-Management. 48 Prozent wollen aus diesem Grund in den kommenden Jahren in Technologien für Talent-Management investieren. Knapp 49 Prozent streben einheitliche Messgrößen für ihre Personalpolitik auf globaler Ebene an.