SAP-Ausbildungsoffensive

Internationale Hilfe für jobsuchende IT-Profis

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Gemeinsam mit der EU und anderen Unternehmen hat SAP eine Ausbildungsoffensive für arbeitsuchende IT-affine Akademiker gestartet.
SAP-Chef Jim Hagemann Snabe und EU-Kommissarin Neelie Kroes stellten auf der CeBIT das internationale Qualifizierungsprogramm Academy Cube für beschäftigungslose IT-Experten vor.
SAP-Chef Jim Hagemann Snabe und EU-Kommissarin Neelie Kroes stellten auf der CeBIT das internationale Qualifizierungsprogramm Academy Cube für beschäftigungslose IT-Experten vor.
Foto: SAP

Die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, und SAP-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe haben auf der CeBIT die Online-Plattform "Academy Cube" vorgestellt. Die Initiative soll arbeitsuchenden Akademikern aus Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik eine Möglichkeit zur Qualifizierung und damit zu besseren Jobchancen geben. Zunächst richtet sich das Programm vor allem an junge Menschen aus Südeuropa, wo die Arbeitslosigkeit zum Teil über 50 Prozent liegt.

100.000 Kursplätze

"Während auf der einen Seite immer mehr gut ausgebildete junge Menschen arbeitslos sind, fehlen uns auf der anderen Seite in der Industrie zunehmend qualifizierte Fachleute mit guten IT-Kenntnissen", sagte SAP-Chef Snabe auf der Veranstaltung in Hannover. Academy Cube soll in den kommenden Jahren - so das ehrgeizige Ziel des Projekts - 100.000 junge Menschen in die Lage versetzen, die Anforderungen im IT- und Engineering-Umfeld zu erfüllen und Arbeit zu finden.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass 2015 europaweit rund 700.000 offene Stellen in den Feldern IT und Telekommunikation nicht besetzt werden können, weil nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen. Junge Europäer sollen die notwendigen Qualifikationen erhalten, um eine Laufbahn im ITK-Bereich einzuschlagen oder selbst als Unternehmer Arbeitsplätze zu schaffen. "Wir brauchen diese Art von Public-Private-Partnerships, um der Jugendarbeitslosigkeit und dem Fachkräftemangel in Europa zu begegnen. Ich möchte andere Unternehmen, Universitäten und Arbeitsagenturen in der EU ermutigen, sich dem Academy Cube und ähnlichen Initiativen anzuschließen", forderte die EU-Kommissarin die Firmenvertreter auf der CeBIT auf.

Gelernt wird online

Das zentrale Element des Academy Cube ist eine Cloud-basierende Plattform, auf der Unternehmen und Institutionen E-Learning-Kurse und offene Stellen anbieten. Arbeitsuchende sollen sich fehlende Qualifikationen, die für bestimmte Stellen erforderlich sind, über diese Plattform aneignen und entsprechende Zertifikate (Zeugnisse) erwerben können. Die Zertifikate wiederum schaffen für künftige Arbeitgeber Sicherheit in puncto Qualität der Ausbildung und Transparenz bezüglich der Inhalte. Die Plattform enthält darüber hinaus Informationen zu Arbeitsmöglichkeiten für Fachkräfte im IT- und produzierenden Sektor in Europa. Studenten können sich mit Hilfe des Academy Cube schon frühzeitig auf mögliche Karrierewege vorbereiten.

Inhaltlich bildet der Bereich Industrie 4.0 respektive Digitalisierung der Arbeitswelt einen Themenschwerpunkt: Unternehmen vernetzen und digitalisieren einzelne Maschinen und ganze Teile ihrer Wertschöpfungskette, um ihre Effizienz weiter zu steigern. Dies ist jedoch nur mit gut ausgebildeten Fachkräften möglich, die sowohl über Fähigkeiten in der Steuerung industrieller Fertigungsprozesse als auch über vertiefte IT-Kenntnisse verfügen.

Der Academy Cube beginnt im März 2013 mit vier kompletten Curricula und zwölf Kursen aus dem Umfeld Industrie 4.0. Zu den Themen zählen unter anderem die Gebiete Automation, Big-Data-Analyse sowie Produktions- und Logistikprozesse. Ziel ist es, die Zahl der Curricula mittelfristig auf 50 zu erweitern. Neben den E-Learning-Kursen will der Academy Cube später auch virtuelle Unterrichtsstunden sowie Trainings durch Dozenten anbieten. Für die Lernenden sind die Kurse kostenlos.

Hochkarätige Partner

Zu den Gründern des Academy Cube gehören Firmen aus der ITK-Branche und aus dem produzierenden Gewerbe. Als unterstützende Partner arbeiten derzeit am Academy Cube: Festo Didactic, das soziale Netzwerk LinkedIn, Microsoft, Bosch, SAP, die Software AG, ThyssenKrupp, die Bundesagentur für Arbeit, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), EIT ICT Labs, der Branchenverband Bitkom, die Gesellschaft für Informatik sowie die Universität Duisburg-Essen.

Baldiger Ausbau

Nach dem Start auf der Messe CeBIT soll die E-Learning-Plattform mit zusätzlichen Partnern inhaltlich ausgebaut werden. Wesentliche Informationen stehen auf dem Portal zunächst in den Sprachen Deutsch und Englisch zur Verfügung, weitere Sprachen werden in Zukunft folgen. Technisch beruht der Academy Cube auf der zu SAP gehörenden Learning-Management-Lösung von SuccessFactors. (hk)