Internationale Einstiegsgehälter: Italiener bilden das Schlusslicht

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Die Spanne bei den Einstiegsgehältern von Hochschulabsolventen wird in Deutschland und Westeuropa immer größer. Dies ergab die jüngste Gehaltsumfrage des Beratungsunternehmens Towers Perrin im Auftrag von Young Professional.

Die Situation auf dem IT-Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in den Gehältern wieder. Je mehr Kandidaten sich um eine Stelle bewerben, desto kleiner ist der Verhandlungsspielraum, desto höher muss die Qualifikation des Jobsuchenden sein und desto besser muss er sich verkaufen. Das bedeutet, dass formale Qualifikationen zunächst der Türöffner überhaupt sind, um bei einem Unternehmen Fuss zu fassen.

So erzählte der Abteilungsleiter eines Softwarehauses, dass er einen Riesenstapel an Bewerbungen übers Wochenende nach Hause nahm und seine ganze Familie am Ausleseprozess beteiligte. Davor definierte er formale K.-o-Kriterien wie saubere Bewerbungsunterlagen, keine orthografischen und Kommafehler, ordentliches Passfoto etc. Im nächsten Schritt sind dann Kriterien wie Abschlussnoten, kurze Studienzeit, Auslandsaufenthalte, Sprachkenntnisse und Praktika dran. Personaler mit jahrelanger Erfahrung warnen allerdings davor, die Einsteiger in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten knallhart herunterzuhandeln. "Damit haben wir von Anfang an einen Unzufriedenen mehr im Unternehmen", weiß Manuel Dohr, Personalchef beim Münchner Softwarehaus Ixos. Das ließe sich auch durch überdurchschnittliche Gehaltserhöhungen kaum kompensieren.

Lukrativer Einstieg im Vertrieb

Vor allem Quereinsteiger müssen sich auf niedrigere Gehälter einstellen. Der Personalverantwortliche eines bayerischen Softwarehauses sprach sogar von einem Minus von bis zu 20 Prozent gegenüber den Vorjahren. Die aktuelle Towers-Perrin-Studie hat nun die Einstiegsgehälter in den verschiedenen Unternehmensbereichen unter die Lupe genommen und hat auch einen europäischen Vergleich gezogen. Keine Überraschung dürfte sein, dass die Einsteiger ins Key-Account-Management und im Vertrieb mit über 50 000 Euro Jahresgehalt am besten wegkommen, wobei einschränkend hinzuzufügen ist, dass sie mit über 30 Prozent auch den höchsten variablen Einkommensanteil haben.

Damit macht der Key-Account-Manager auch den spektakulärsten Gehaltssprung und verbessert sich um 42 Prozent gegenüber 2001. Die Vergütungsberater des Frankfurter Unternehmens weisen indes darauf hin, dass es sich in diesem Fall um so genannte Zieleinkommen handelt, was in der Realität oft bedeuten kann, dass der Einzelne diesen Wert gar nicht erreicht. Die folgenden Zahlen beziehen sich, wenn nicht anders erwähnt, auf das Grundgehalt, das in der Regel etwa zehn Prozent unter dem Zieleinkommen liegt.