Bitkom begeistert

Interesse an Informatik steigt

02.12.2012
An den Hochschulen wurden im vergangenen Jahr 48.423 Studienanfänger im Fach Informatik verzeichnet. Das ist ein Anstieg um fast ein Fünftel oder mehr als 7000 verglichen mit dem Jahr 2010.

Ebenfalls kräftig ist das Interesse an den Ausbildungsberufen gestiegen: Die Zahl der IT-Azubis legte um 9,2 Prozent auf 14.961 zu. "Die Initiativen, um mehr junge Menschen für technische Berufe und für die IT-Branche zu begeistern, zeigen Erfolge", freut sich Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Die Abiturdoppeljahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie die Aussetzung der Wehrpflicht haben die Zahlen zusätzlich nach oben getrieben. Der Zuwachs bei anderen technischen Studienfächern war dabei noch größer als in der Informatik, etwa im Maschinenbau (21,3 Prozent) oder in der Elektrotechnik (22 Prozent). Kempf ist aber noch nicht zufrieden: "Wenn wir den steigenden Bedarf an IT-Spezialisten mit derzeit 43.000 unbesetzten Stellen decken wollen, müssen wir noch mehr junge Menschen für unsere Branche begeistern."

Abiturdoppeljahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie die Aussetzung der Wehrpflicht lassen die Zahl der Informatik-Studierenden steigen.
Abiturdoppeljahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie die Aussetzung der Wehrpflicht lassen die Zahl der Informatik-Studierenden steigen.
Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com

Im akademischen Bereich verzeichneten die Universitäten im Fach Informatik im Jahr 2011 einen besonders kräftigen Zuwachs um fast ein Drittel (29,9 Prozent) auf 25.756 Erstsemester. An den Fachhochschulen immatrikulierten sich mit 22.667 Studenten 6,4 Prozent mehr als 2010. Allerdings ist die Abbrecherquote mit fast 50 Prozent an den Hochschulen weiterhin sehr hoch. Nach Bitkom-Berechnungen kamen im vergangenen Jahr nur rund 16.390 Hochschulabsolventen aus den IT-Disziplinen auf den Arbeitsmarkt .Damit liegt die Absolventenzahl etwa auf Vorjahresniveau (plus 1,5 Prozent).

Auch mehr Ausbildungsplätze für die IT

Im laufenden Jahr stellten die Unternehmen der ITK-Branche erneut mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung als es Bewerber gibt. Bis September 2012 wurden 3,9 Prozent mehr Ausbildungsplätze gemeldet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auf zehn gemeldete Ausbildungsplätze kamen dabei neun Bewerber. Bei den Auszubildenden waren im Jahr 2011 erneut die Fachinformatiker mit 9797 neuen Verträgen (plus 13,2 Prozent) am stärksten vertreten, gefolgt von 2956 Azubis in der Gruppe der kaufmännischen IT-Berufe (plus 3,8 Prozent). Rund 2035 Ausbildungsverträge wurden mit angehenden Systeminformatikern und IT-Systemelektronikern geschlossen - das ist bei diesen eher Hardware-orientierten Berufsbildern ein Rückgang um rund 7,5 Prozent. Mit 14.612 Azubis beendeten im Jahr 2011 etwa ebenso viele ihre IT-Ausbildung erfolgreich wie im Vorjahr mit 14.421.

Sowohl in den Ausbildungsberufen als auch an den Hochschulen sind Frauen weiterhin stark in der Minderzahl. Von den Studierenden im ersten Semester ist fast jede Fünfte (19,9 Prozent) weiblich. Damit liegt der Frauenanteil leicht über dem Vorjahr (19,5 Prozent). Bei den Auszubildenden im ersten bis dritten Jahr findet sich nur auf knapp jeder zwölften Lehrstelle (8,4 Prozent) eine Frau. Das ist gegenüber 2010 mit 8,7 Prozent ein minimaler Rückgang. "Wir dürfen bei unseren Anstrengungen nicht nachlassen, mehr Frauen für die Hightech-Branche zu gewinnen", fordert Kempf.

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