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Intels Vision vom Notebook

09.09.2004
Auf dem IDF in San Francisco kündigte Intel an, es könne sich für das Jahr 2010 Notebooks mit acht Stunden Akkulaufzeit vorstellen. Die nötige Entwicklung sei allerdings noch nicht abgeschlossen.

Auf dem IDF in San Francisco kündigte Intel an, es könne sich für das Jahr 2010 Notebooks mit acht Stunden Akkulaufzeit vorstellen. Die nötige Entwicklung sei allerdings noch nicht abgeschlossen.

Außerdem stellte der kalifornische Halbleiterkonzern kommende Dual-Core-Produkte für portable Rechner vor und zeigte einen Desktop-PC mit zwei Prozessorkernen im laufenden Betrieb. Bedeckt hielt sich das Unternehmen, das zuletzt zahlreiche Produktverspätungen hinnehmen musste, bezüglich der Erscheinungstermine der neuen Techniken.

Die eigentlich für dieses Quartal geplante Centrino-Lösung "Sonoma" erscheint erst im kommenden Jahr. Sie besteht aus dem mit 90 Nanometer gefertigten "Dothan"-Pentium-M mit 533 Megahertz schnellem Frontside-Bus, dem Alviso-Chipsatz sowie dem Netzmodul "PRO/Wireless 2915ABG" mit Unterstützung für die WLAN-Standards 802.11b, 802.11g und 802.11a. Dieses Highend-Centrino-Paket übernimmt Intel in seinen "Stable Image Platform Program", das Firmenkunden die Handhabung ihrer Software-Images erleichtern soll.

Allerdings stellt sich die Frage, wie lange der Produktlebenszyklus von Sonoma dauern wird. Die allgemeine Aussage von Intel, es werde Mitte kommenden Jahres Dual-Core-Technik für Desktops und Clients einführen, könnte bedeuten, dass Sonoma nur eine ungewöhnlich kurze Lebensdauer beschert sein könnte.

Der Nachfolger ist mit "Napa" jedenfalls bereits designiert. Napa wird aus der in einem 65-NanometerProzess gefertigten Dual-Core-CPU "Yonah", dem "Calistoga"-Chipsatz mit integrierter Grafik und dem Wireless-Modul "Golan" bestehen. Das mobile I/O-Hub von Napa soll bis zu sechs PCI-Express-Ports unterstützen.

Noch immer ist unklar, ob Intels kommende Dual-Core-Prozessoren für Portables, Desktops und Server eine gemeinsame Mikroarchitektur verwenden werden. Mooly Eden, Vice President und Director of Marketing der Mobile Platforms Group, stellte jedenfalls klar, dass Yonah ein spezieller Notebook-Chip wird: "Das ist kein heruntergetaktetes Desktop-Produkt", sagte der Intel-Mann. Im Vergleich zu früheren Centrino-Prozessoren seien für Napa bis zu 200 Prozent Leistungszuwachs möglich, so Eden, abhängig davon, wie gut die jeweilige Anwendung optimiert sei.

Hauptproblem des mobilen Computings ist und bleibt auf absehbare Zeit die Energieeffizienz. Die Entwicklung vor allem im Akkubereich hält nicht Schritt mit den neuen Funktionen und Fähigkeiten der mobilen Plattformen. "Echte Mobilität wird erst dann erreicht, wenn auf der Anschluss für die Steckdose verschwunden ist", erklärte Anand Chandrasekar, General Manager der Mobile Platforms Group. "Gemeinsam mit der Industrie arbeitet Intel daran, im Jahr 2010 eine Akkulaufzeit von acht Stunden zu erreichen."

Schritte auf diesem Weg seien die Arbeit der Mobile PC Extended Battery Life Working Group oder die neue Version 3.0 der Energieverwaltungstechnik ACPI. Intel selbst hat außerdem das "Battery Life Optimization Program" ins Leben gerufen und will die Ergebnisse seiner Forschung auch PC-Herstellern und -Designern zur Verfügung stellen.

Inzwischen ist außerdem klar, warum Intel einen neuen Marketing-Chef von Samsung abgeworben hat (Computerwoche.de berichtete): Mike Fister, der als CEO zu Cadence Design Systems abgewandert war, hat den bisherigen General Manager of Enteprise Marketing and Planning (dieser Posten war bei Intel doppelt besetzt) Ajay Malhotra überredet, ihm zu Cadence zu folgen. Dies berichtet "Cnet" unter Berufung auf informierte Kreise.

Darüber hinaus räumte Abi Talwalkar, General Manager von Intels Enterprise Platforms Group, ein, dass die Einführung von 32-bittigen Xeon-Prozessoren mit 64-Bit-Erweiterungen à la AMD die Nachfrage nach der reinen 64-Bit-Linie "Itanium" gebremst hat. "Es wäre falsch zu behaupten, dass sich das nicht ausgewirkt hätte, allerdings war die Wirkung hauptsächlich Lärm und vielleicht auch Verwirrung", so der Manager. "Ich denke, das hat uns um einige Monate zurückgeworfen."

Zwar habe der Itanium die von Intel gesteckten aggressiven Ziele nicht erfüllt, die Entscheidung für 64-Bit-Erweiterungen in der x86-Linie habe aber die Wettbewerbsposition des Itanium gegenüber RISC-Plattformen nicht beeinträchtigt, sagte Talwalkar: "Das Wachstum bei großen SMP-Installationen, auf die die Architektur wirklich zielt, war phänomenal." Auch die Anwendungsunterstützung entwickle sich erfreulich. "Wir haben unser Ziel für das Jahr 2004 von 2000 portierten, getunten und optimierten Anwendungen bereits übertroffen", so Talwalkar. (tc)