Intels "Prescott" kommt erst 2004 - und bleibt ein Pentium 4

15.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - PCs, die auf der nächsten Generation des Pentium-4-Prozessors mit dem Codenamen "Prescott" basieren, kommen voraussichtlich erst 2004 auf den Markt. Ursprünglich sollte die CPU im vierten Quartal dieses Jahres an Hersteller ausgeliefert werden, bis jetzt haben jedoch nur wenige Anbieter Zugriff auf den im 90-Nanometer-Verfahren gefertigten Chip.

Intel stellte mittlerweile klar, dass auch Prescott unter der Bezeichnung "Pentium 4" vermarktet wird. Zwischenzeitlich kamen Gerüchte auf, die CPU werde die Versionsnummer 5 der Pentium-Reihe einläuten. Der neue Chip bietet einen gegenüber den bislang erhältlichen Pentium-4-Prozessoren verdoppelten Level-2-Cache (ein Megabyte) und interpretiert 13 zusätzliche Befehlssätze, die die Leistung beim Kodieren von Videodateien erhöhen und Fließkommaberechnungen beschleunigen sollen.

Die Produktion ist im kalifornischen Werk in Santa Clara bereits angelaufen. Laut Unternehmenssprecher George Alfs werden erste Prescott-Umsätze dem laufenden Quartal angerechnet.

Die Verzögerungen in der Auslieferung deuten Experten zufolge auf Schwierigkeiten hin, die im Zusammenhang mit der Energieverwaltung des Prozessors aufgetreten sind. Demnach hatte Intel Schwierigkeiten beim Beseitigen von Leckströmen, die eine verringerte Leistung zur Folge hatten. Während die bislang leistungsstärksten Pentium-4-CPUs P4 3,2 Gigahertz und P4 Extreme Edition 82 beziehungsweise 92 Watt Leistung aufnehmen, hat Intel Hauptplatinenhersteller auf dem Developer Forum im September darauf hingewiesen, Platinen für den neuen Chip auf 110 Watt auszulegen. Laut Kevin Krewell vom "Microprocessor Report" wird spätestens der von Intel-President Paul Otellini angekündigte vier-Gigahertz-Prescott entsprechend viel Energie benötigen. (lex)

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