Celeron, Pentium und Core

Intels neue CPU-Nomenklatur bringt kaum Klarheit

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Mitte der Woche hat Intel die Neuordnung seiner Prozessorfamilien vorgestellt. Wer sich davon den Durchblick versprochen hatte, wurde enttäuscht.

Am Mittwoch hat Intel bekannt gegeben, welche CPU-Familien künftig im Konzern vertreten sind. Damit solle der Wildwuchs eingedämmt werden, was jedoch nur bedingt gelungen ist. Auf der Strecke bleiben "Core 2 Duo" und "Core 2 Quad", sie heißen künftig Core i3, Core i5 und Core i7. Abhängig ist dies von der Art des PC und seiner Konfiguration. Hier ist die Einteilung noch relativ einfach: Einstiegsmodelle bekommen einen Core i3, die Mittelklasse einen Core i5 und die interessanten Desktops beziehungsweise Notebooks einen Core i7. Letzterer Name wird bereits von den Nehalem-Chips verwendet. Bei Intel Inside läuft die Core-Familie auch noch unter der Bezeichnung "Hero" - CPUs für Helden an der Maus.

Daneben wird weiterhin die Atom-Familie für Netbooks und Smartphones verwendet. Ebenso sicherten sich die Celeron- und Pentium-Plattform das Überleben. Dabei sind die Celerons im Portfolio ganz unten angesiedelt, die Pentiums in der Mitte, und an der Spitze stehen schließlich die Cores. Wie sich die Leistung der stärksten Vertreter einen niedrigeren Familie mit den schächsten Mitgliedern einer oberen CPU-Plattform vergleichen lässt, ist unklar. Hingegen wird die bekannte Centrino-Plattform für mobile Rechner ab Anfang 2010 eingestellt. Dies mache es für Kunden einfacher, die Produktreihen zu differenzieren, schrieb Intel in einem Blog-Eintrag. Allerdings könnte es sein, dass der Celeron weiterhin für WiMAX- und WLAN-Produkte Verwendung findet.

In den Kommentaren zu der Ankündigung zeigte sich, dass viele Kunden mit der Nomenklatur nicht wirklich zufrieden sind. Statt dessen forderten sie mehrfach, die Zahl der Kerne, den Takt und die Größe des Cache-Speichers anzugeben, um sich ein schnelles Bild von der Leistung des Prozessors machen zu können. Indes gab es auch Zustimmung zu den Plänen. Bleibt die Frage, ob Intel neben den neuen Familiennamen wieder dazu übergehen wird, Seriennummern zu vergeben. Diese hatten in der Vergangenheit häufig für Verwirrung gesorgt, wenn etwa der Chip mit der Nummer 6400 mehr Leistung bot als sein Pendant mit der Nummer 9400.